
Memory and Covenant: The Role of Israel's and God's Memory in Sustaining the Deuteronomic and Priestly Covenants
Memory and Covenant verbindet eine genaue Lektüre von Texten der deuteronomischen, priesterlichen und heiligen Tradition mit einer Analyse von Ritualen und einer Untersuchung der unterschiedlichen Terminologie, die in jeder Tradition in Bezug auf das Gedächtnis verwendet wird. Ellman zeigt, dass die Erforschung des Gedächtniskonzepts für das Verständnis der Gesamtkosmologien, Theologien und religiösen Programme dieser unterschiedlichen Traditionen entscheidend ist.
Alle drei betrachten das Gedächtnis als ein wesentliches Element der religiösen Praxis und als das Hauptinstrument der Bundestreue, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Ellman zeigt, dass für die deuteronomische Tradition die Erinnerung ein erkenntnistheoretisches und pädagogisches Mittel ist, um Israel seinem Gott und seinen Geboten treu zu halten, auch wenn die Israeliten weit vom Tempel und seinem Gottesdienst entfernt sind. Die priesterliche Tradition hingegen geht davon aus, dass der Bund von der Erinnerung an Gott abhängt, die durch die Sinnesreize des Tempelkults geweckt werden muss.
Die Schule der Heiligkeit übernimmt die priesterliche Idee des sensorischen Gedächtnisses, überträgt aber die Verantwortung für das Gedächtnis auf Israel. Eine nachfolgende Schicht der priesterlichen Tradition nimmt die zentrale Bedeutung des Gedächtnisses Gottes im Rahmen einer umfassenden Theologie wieder auf, die den Tempelkult mit der Schöpfung verbindet.