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Memory Activism: Reimagining the Past for the Future in Israel-Palestine
Diese reichhaltige ethnografische Studie, die im Israel des ersten Jahrzehnts des einundzwanzigsten Jahrhunderts angesiedelt ist und auf langfristiger Feldforschung beruht, bietet eine innovative Analyse des israelisch-palästinensischen Konflikts. Sie untersucht die Praktiken des "Erinnerungsaktivismus" von drei Gruppen jüdisch-israelischer und arabisch-palästinensischer Bürger - Zochrot, Autobiography of a City und Baladna - und zeigt, wie sie sich das globale Modell von Wahrheit und Versöhnung zu eigen machten und dabei lokale kulturelle Praktiken wie Führungen und Zeugenaussagen nutzten.
Diese aktivistischen Bemühungen machten eine zum Schweigen gebrachte palästinensische Geschichte sichtbar, um sich mit den Ursprüngen des Konflikts auseinanderzusetzen und eine neue Lösung für die Zukunft zu finden. Dieser einzigartige Fokus auf die Erinnerung als Waffe der Schwachen offenbart eine überraschende Verschiebung des Bewusstseins für das palästinensische Leiden in der jüdischen Mehrheit der israelischen Gesellschaft in einem Jahrzehnt der eskalierenden Gewalt und Polarisierung - wenn auch nicht ohne Gegenreaktion.
Umstrittene Erinnerungen durchdringen diese Gesellschaft. Der Krieg von 1948 wird von den Israelis als Unabhängigkeitstag und von den Palästinensern als al-Nakba ("die Katastrophe") begangen. Die Wanderungen und Zeugenaussagen von Überlebenden, die ursprünglich vom Staat für die nationale zionistische Erziehung eingesetzt wurden und die palästinensischen Bürger an den Rand drängten, werden nun von Aktivisten für Führungen durch vorstaatliche palästinensische Dörfer und Zeugenaussagen von Flüchtlingen genutzt.