
Erodes On Air
Über das Buch
"Was hier erodiert, sind die Grenzen zwischen Sprache und Land, zwischen Erfahrung und Erlebtem, zwischen dem, was man wissen kann, und dem, was man sagen kann. Es ist eine bemerkenswerte Erfahrung, und der Leser bleibt mit mehr als der Summe seiner Sinne zurück.".
-Jack Davis.
Die Gedichte in Erodes On Air, die gleichzeitig aus Granit gehauen und aus dem Gletscherglanz geflüstert zu sein scheinen, bringen den Leser schnell dazu, innezuhalten und alles, was wir über Sprache zu wissen glaubten, neu zu betrachten. Mark Goodwins innovatives Brechen und Neuarrangieren von Wörtern entlarvt, indem es den vermeintlichen Fluss unterbricht und den Verstand zu einer Neubewertung veranlasst, ganz ähnlich wie der Verstand eines Solokletterers mit den Fingerspitzen Optionen zusammenzählt, Grip und Halt berechnet und den Weg nach vorne vorsichtig testet.
Goodwins Gedichte bieten einen neuen Ansatz für die Lektüre von Gedichten, einen, der die abenteuerliche Wegfindung widerspiegelt. Der mutige Leser findet seine eigenen Passagen zwischen den Zeilen des Dichters, so wie Schneeschmelze in den geologischen Phänomenen von gespaltenen und abrutschenden Gesteinsplatten, die Muster von Sedimentschichten in zerrissenen Linien finden, die aus Worten durchsichtige, vielschichtige Dinge machen, Dinge, die wir kennen, aber neu erfahren. ... und es ist dieser Moment des offenen Geheimnisses, in dem der Verstand nach einem Halt sucht, in dem der Leser zu einer Zersplitterung von Bedeutung und Erwartung gelangt, eine Technik, die der Lesereise ein Geheimnis verleiht, wobei sich das Gedicht vor einem auftut wie die weglose Wildnis vor dem heiligen Wanderer ohne Karte.
Für diejenigen, die mit der Funktionsweise dieses zusätzlichen poetischen Mittels und dem Gold, das es bietet, nicht vertraut sind, mag dies ein kurzes Unbehagen hervorrufen. In Goodwins sparsamen und minimalen Zeilen erlebt man immer wieder dieselben unwissenden Momente des Felskletterers, für den der nächste Finger oder der nächste Griff schwer fassbar erscheinen. Es gibt eine Gefahr in diesen Gedichten, die nur in der Vorstellung existiert, und man könnte versucht sein, umzukehren und nicht weiterzugehen. Doch wer ausharrt, wer sich an die Verletzlichkeit der Ungewissheit gewöhnt, an das Nicht-Wissen und dennoch sucht, kraxelt, nach dem nächsten kohärenten Ding greift, das sich richtig anfühlt, wird so viel mehr erfahren, als wenn diese Zeilen als Prosasätze wiedergegeben würden, die so kantig angeordnet sind wie die polierten Stufen des Kapitols. Dies sind keine Denkmäler mit aus Messing gegossenen Schildern, dies sind durch den Verstand gelebte Bergmomente.