
Eros: Beyond the Death Drive
Eros betrachtet ein unerfülltes Versprechen in Sigmund Freuds Jenseits des Lustprinzips. Rosaura Martnez Ruiz argumentiert, dass die Psyche, wenn das Lustprinzip mit dem Todestrieb (der menschlichen Tendenz zur Aggression oder Grausamkeit) in Berührung kommt, Umwege machen kann, die zwar nicht über die Grenze des Lustprinzips hinausgehen, es aber dennoch aufschieben können. Der Eros reflektiert diese Abweichungen des Lustprinzips, sowohl im politischen als auch im intimen Bereich.
Auf diesen erotischen Pfaden argumentiert Martnez, dass den Kräften des Todestriebes nur dann widerstanden werden kann, wenn der Widerstand als kontinuierlicher Prozess verstanden wird. In diesem Bemühen sind das erotische Handeln und die Konstruktion von Wegen zur Sublimierung unendliche ethische und politische Aufgaben. Wir wissen, dass diese Aufgaben nicht endgültig gelöst werden können, dennoch bleiben sie unabdingbar und unbestreitbar dringend.
Wenn Psychoanalyse und Dekonstruktion uns lehren, dass der Todestrieb unüberwindbar ist, so können wir ihn durch ästhetisches Schaffen und politisches Handeln dennoch verzögern, verschieben und aufschieben. Mit dem Aufruf zur Bildung und Aufrechterhaltung einer „Gemeinschaft trauernder Duellanten“ versucht dieses Buch, sich ein „erotisches Bataillon“ vorzustellen und zu bestätigen, das gegen Ungerechtigkeit mobilisiert werden könnte. Die Trauer dieses Bataillons, so argumentiert Martnez, muss fortwährend, mit offenem Ende, kämpferisch und beharrlich der Komplexität des ethischen und politischen Lebens verpflichtet sein.