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Coming of Age in Post-Soviet Russia
Die Anthropologin Fran Markowitz hat mehr als hundert russische Teenager befragt, um herauszufinden, wie Heranwachsende mit den seismischen Übergängen in ihrem Land zurechtkommen.
Ihre Ergebnisse stellen eine substanzielle Herausforderung für die nahezu axiomatischen Theorien der menschlichen Entwicklung dar, die kulturelle Stabilität als unverzichtbar für die erfolgreiche Bewältigung der Adoleszenz ansehen. Markowitz' Feldforschung führt zu der überraschenden Schlussfolgerung, dass die Brüche, die Glasnost, Perestroika und die Zersplitterung der UdSSR mit sich brachten, einen größeren Einfluss auf westliche politische Hoffnungen und auf viele russische Erwachsene hatten als auf die Lebenswahrnehmungen der jungen Menschen.
In ihren Äußerungen zu Themen wie Russischsein, Religion, Sex, Musik und Militärdienst vermitteln die Jugendlichen einen flexiblen und optimistischen Blick in die Zukunft und ein Gefühl der Sicherheit, das sich aus starken familiären, schulischen und nachbarschaftlichen Bindungen ergibt. Ihre Sichtweise deutet darauf hin, dass kultureller Wandel und soziale Instabilität als positive Kräfte gesehen werden können, die Ausdrucksmöglichkeiten, den Aufbau individueller Identitäten und kreative, pragmatische Planung ermöglichen.