
Narratives of Annihilation, Confinement, and Survival: Camp Literature in a Transnational Perspective
Das Konzept der „Lagererzählungen“ anstelle von „Holocaust-Erzählungen“ oder „Gulag-Erzählungen“ beruht auf der Annahme, dass literarische Darstellungen von Lagererfahrungen sowohl in ästhetischer als auch in thematischer Hinsicht gemeinsame Züge aufweisen.
Das Buch präsentiert Lesarten von Lagerliteratur, die die Gemeinsamkeiten zwischen Texten über sowjetische Gulag-Lager, NS-Lager und über andere Lagererfahrungen hervorheben. Während die Literatur über die nationalsozialistischen Konzentrationslager noch immer als Bezugspunkt für Lagererzählungen dient, so wie der Holocaust als Bezugspunkt für andere genozidale Operationen dient, sind die sozialistischen Arbeits- und Straflager seit 1989 zu eigenständigen transnationalen lieux de mémoire geworden.
Dieser Band will einen theoretischen Rahmen sowie einen Überblick über mehrere wichtige europäische Lagerliteraturen und Fallstudien ikonischer Lagererzählungen bieten und eine vergleichende und transnationale Perspektive auf das Genre der Lagererzählung einnehmen.