Bewertung:

Das Buch bietet wertvolle Einblicke in den kosmopolitischen Charakter der Tang-Dynastie und ihre ethnische Vielfalt, insbesondere im Hinblick auf die ausländischen Wurzeln des herrschenden Li-Clans. Es fehlt jedoch eine gründliche Untersuchung der grundlegenden Identitäten und Genealogien der Tang-Eliten, so dass kritische Fragen zu ihren Ursprüngen und Einflüssen unbeantwortet bleiben. Der Schreibstil wird als obskurantistisch kritisiert, was der Gesamtaussage abträglich ist.
Vorteile:⬤ Bietet wertvolle Informationen über chinesische historische Vorstellungen von Ethnizität
⬤ hebt die kosmopolitischen und vielfältigen Aspekte der Tang-Dynastie hervor
⬤ präsentiert viele Beispiele für nicht-hanische Einflüsse in der Tang-Kultur.
⬤ Unzureichende Erörterung der Ursprünge und der Identität des Li-Clans
⬤ viele wichtige Fragen bleiben unbeantwortet
⬤ der Schreibstil gilt als undurchsichtig und übermäßig komplex, was es schwierig macht, die faszinierenden Elemente der Geschichte herauszuarbeiten.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Ethnic Identity in Tang China
Ethnic Identity in Tang China ist das erste Werk in einer beliebigen Sprache, das sich umfassend mit der Konstruktion von Ethnizität während der Dynastie befasst, die rund drei Jahrhunderte lang, von 618 bis 907, über China herrschte. Die Tang-Dynastie, die oft als eines der kosmopolitischsten Regime in der Geschichte Chinas angesehen wird, hatte ihre Wurzeln in Innerasien, und ihre Herrscher unterhielten weiterhin komplexe Beziehungen zu einer Bevölkerung, zu der Türken, Tibeter, Japaner, Koreaner, Südostasiaten, Perser und Araber gehörten.
Marc S. Abramsons reichhaltiges Porträt dieses komplexen, multiethnischen Reiches stützt sich auf politische Schriften, religiöse Texte und andere kulturelle Artefakte sowie auf vergleichende Beispiele aus anderen Reichen und Grenzgebieten. Abramson argumentiert, dass verschiedene Gruppen - von konfuzianischen Eliten über buddhistische Mönche bis hin zu "barbarischen" Generälen - aus unterschiedlichen Gründen, oft aber auch aus Unbehagen über die Zweideutigkeit ihrer eigenen ethnischen und kulturellen Identität, versuchten, ethnische Grenzen zu definieren.
Der Tang-Hof hingegen versuchte abwechselnd, einige fremde Bevölkerungsgruppen zu absorbieren, um die Integrität des Reiches zu bewahren, und gleichzeitig die ethnische Besonderheit anderer Gruppen zu bewahren, deren besondere Fähigkeiten er schätzte. Abramson zeigt, wie die Tang-Ära einen entscheidenden Wandel in der Definition Chinas und des chinesischen Volkes markierte, ein Wandel, der letztlich den Grundstein für die Entstehung der modernen chinesischen Nation legte.
Ethnic Identity in Tang China wirft ein neues Licht auf eine der wichtigsten Epochen der chinesischen Geschichte. Darüber hinaus bietet es breitere Einblicke in die ost- und innerasiatische Geschichte, die Geschichte der Ethnizität und die vergleichende Geschichte von Grenzen und Imperien.