
Europa Postmediaevalis 2020: Post-Medieval Pottery in the Spare Time
Postmittelalterliche Keramik in der Freizeit ist eine Sammlung von Beiträgen, die für die zweite Europa Postmediaevalis-Konferenz geplant waren. Der Schwerpunkt liegt auf der Frühen Neuzeit (15.
bis 18. Jahrhundert) und der zunehmenden Verwendung neuer Keramikformen für Freizeitaktivitäten. Obwohl die Konferenz selbst wegen der COVID-19-Pandemie nicht stattfinden konnte, versammelt der Band 28 Beiträge von Autoren aus neun Ländern, von Portugal bis Russland, vom italienischen Sardinien bis zum polnischen Stargard.
Ein Fundstück aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, das von portugiesischen Kollegen veröffentlicht wurde, bildet das zehnte Land. Der Band umfasst mehrere Unterthemen, die auf den ersten Blick vielfältig erscheinen.
Doch ob Rauchen, Kaffee- oder Alkoholgenuss, Gartenspaziergänge oder Spiele, eines haben sie gemeinsam: Es sind Hobbys und Laster, die vor allem in der Freizeit ausgeübt werden. In der Frühen Neuzeit handelte es sich dabei in der Regel um eher luxuriöse Aktivitäten, die zunächst den höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten waren, sich aber im Laufe der Zeit auch in den unteren Wirtschaftsschichten verbreiteten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die größere Nachfrage nach neuen Aktivitäten auch in der Keramikproduktion niederschlug.
So tauchen in den archäologischen Funden der Frühen Neuzeit neue Keramikformen wie Tassen, Pfeifen und Blumentöpfe auf, die die Grundlage für diesen Sammelband bilden. Der Band wird den Lesern nützliche Vergleichsmöglichkeiten bieten und als Inspirationsquelle für weitere Forschungen dienen.