Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Enduring Shame: A Recent History of Unwed Pregnancy and Righteous Reproduction
Eine Studie über die rhetorische Macht der Scham und ihre Auswirkungen auf die Reproduktionspolitik
Vor nicht allzu langer Zeit versteckten sich unverheiratete schwangere Frauen in den Vereinigten Staaten in Entbindungsheimen und gaben ihre "unehelichen" Kinder an "verdienstvollere" Familien mit zwei Elternteilen ab - alles, um "schändliche" Schwangerschaften zu verbergen. Obwohl sich die Zeiten geändert haben, ist die Reproduktionspolitik nach wie vor brisant. In Enduring Shame stellt Heather Brook Adams die 1960er und 70er Jahre - eine Ära des vermeintlichen Fortschritts - als eine Zeit dar, in der die Ausweitung der reproduktiven Rechte mit kommunikativen Praktiken der Scham einherging, die zunehmend öffentliche Interventionen in Bezug auf ungewollte Schwangerschaften und Teenagerschwangerschaften sowie neue Formen der Ungerechtigkeit förderten.
Anhand von persönlichen Interviews, Archivdokumenten, Gerichtsentscheidungen, öffentlicher Politik, Journalismus, Memoiren und Lobbyarbeit zeigt Adams auf, wie die rhetorische Kraft der Scham die amerikanische Öffentlichkeit dazu brachte, über Fortpflanzung, sexuelle Rechtschaffenheit und unverheiratete Schwangerschaft nachzudenken. Trotz der ehrgeizigen Ziele der reproduktiven Befreiung spiegelte die öffentliche Meinung häufig rassistische, wirtschaftliche und moralische Überzeugungen wider, die die neue öffentliche Politik prägten. Enduring Shame zeichnet eine Reihe von Erfahrungen aus diesen Jahrzehnten nach, von den Erfahrungen der Frauen in Heimen für unverheiratete Mütter bis hin zu politischen und rechtlichen Veränderungen, die üblicherweise als Beweis für die Auflösung der Scham verstanden werden, einschließlich der Titel IX-Gesetzgebung und Roe v. Wade. Rhetorische Geschichtsschreibung und Fragen der reproduktiven Gerechtigkeit leiten die Analyse, und die Zeugnisse von Frauen liefern wesentliche Perspektiven und den Kontext. Anhand dieser Geschichten artikuliert Adams ein Netzwerk aus Sprache, Affekt und Verkörperung, durch das sich Scham bewegt.
Sie erweitert das rhetorische Verständnis der diskursiven Macht der Identitäten von Frau und Mutter.
Und erörtert, wie die geschlechts-, rassen- und klassenbedingten Aspekte von Scham uns helfen können, die reproduktive Würde zu verstehen und zu unterstützen.
Enduring Shame stellt einen missverstandenen Teil der jüngeren Geschichte der Frauen wieder her, indem es der Frage nachgeht, warum die Reproduktionspolitik trotz früherer Errungenschaften immer noch so brisant ist und warum Scham immer noch eine zentrale Rolle im Diskurs über die reproduktiven und sexuellen Freiheiten der Frauen spielt.