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Exile from the Grasslands: Tibetan Herders and Chinese Development Projects
Zu Beginn des neuen Jahrtausends startete die chinesische Regierung die Große Öffnung des Westens, eine Entwicklungsstrategie, die auf abgelegene Gebiete abzielt, die hauptsächlich von indigenen ethnischen Gruppen bewohnt werden.
Diese Taktik, mit der die Infrastruktur modernisiert und die Umweltzerstörung gestoppt werden sollte, führte im Westen Chinas zur Verdrängung der tibetischen Viehzüchter in die Städte und zu einer sesshaften Lebensweise, was zu massiven sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen und Unsicherheiten und schließlich zu Anzeichen von Unzufriedenheit in ethnisch tibetischen Regionen führte. Auf der Grundlage von mehr als einem Jahrzehnt Feldforschung dokumentiert Exile from the Grasslands die Sichtweisen sowohl der betroffenen Menschen - tibetische Hirten in der Provinz Qinghai - als auch der chinesischen Beamten, die mit der Umsiedlung und Ansiedlung in neu errichteten Wohnprojekten beauftragt sind.
In dem Maße, wie Chinas internationaler Einfluss zunimmt, werden das Wohlergehen seiner ethnischen Minderheiten und sein Umgang mit Umweltfragen von den Medien genau unter die Lupe genommen. Die Studie von Jarmila Pt čkova dokumentiert einen politisch und ökologisch bedeutsamen Prozess, der sich - anders als die Ereignisse in Lhasa oder Xinjiang - weitgehend außerhalb des Blickfelds der Weltöffentlichkeit abspielt.