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Exile and Identity: Polish Women in the Soviet Union during World War II
Anhand von persönlichen Berichten aus erster Hand und unter besonderer Berücksichtigung der Erfahrungen von Frauen schildert und untersucht Katherine R. Jolluck die Erlebnisse von Tausenden von Zivilisten, die nach der sowjetischen Annexion Ostpolens im Jahr 1939 in die UdSSR deportiert wurden.
Nach ihrer Ankunft in entlegenen Gebieten der Sowjetunion wurden sie in Gefängnissen, Arbeitslagern, Sondersiedlungen und Kolchosen untergebracht und waren enormen Entbehrungen und repressiven Bedingungen ausgesetzt. Im Jahr 1942 wurden etwa 115 000 polnische Bürger - nur ein Teil der ursprünglich aus ihrer Heimat Vertriebenen - in den Iran evakuiert. Dort wurden sie gebeten, umfangreiche Fragebögen über ihre Erfahrungen auszufüllen.
Nachdem sie Hunderte dieser Dokumente gelesen und ausgewertet hat, zeigt Jolluck nicht nur die harte Behandlung, die diese Frauen erfuhren, sondern auch, wie sie ihre Identität als respektable Frauen und patriotische Polinnen bewahrten. Sie stellt fest, dass die Art und Weise, wie die Exilierten versuchten, sich in einer fremden und feindlichen Umgebung ein neues Zuhause zu schaffen, für sie zu einem wichtigen Mittel des Überlebens wurde.
Exil und Identität ist sowohl ein erschütternder Bericht über Brutalität und Leid als auch eine klare Analyse der Erfahrungen von Zivilisten in Kriegszeiten und erweitert die Geschichte des Krieges weit über das militärische Schlachtfeld hinaus.