
Exodus and Its Aftermath: Jewish Refugees in the Wartime Soviet Interior
Während des Zweiten Weltkriegs wurden etwa zwei Millionen jüdische Flüchtlinge aus den westlichen Regionen der UdSSR in das sowjetische Landesinnere umgesiedelt.
Die Bürger in den zentralasiatischen Gebieten standen diesen Migranten bestenfalls gleichgültig, schlimmstenfalls aber offen feindselig gegenüber. Die unpopuläre Politik verlangte von den Einwohnern, dass sie die Flüchtlinge beherbergten und ihre begrenzten Lebensmittel und Vorräte mit diesen unwillkommenen Fremden teilten.
Als die einheimische Bevölkerung begann, die Neuankömmlinge ins Visier zu nehmen, sahen die sowjetischen Behörden die antisemitische Gewalt als Unzufriedenheit mit dem politischen System selbst an und gingen hart dagegen vor. Die lokalen Behörden kümmerten sich jedoch weniger um die Diskriminierung und konzentrierten sich stattdessen darauf, die große Zahl der Vertriebenen aufzunehmen und gleichzeitig in den schwierigsten Kriegsjahren mit regionalen Ressentiments umzugehen. Trotz des Mangels an harmonischer Integration verbreiteten die Parteifunktionäre den Mythos, sie hätten über zehn Millionen Evakuierte erfolgreich assimiliert.
Albert Kaganovitch rekonstruiert die Bedingungen, die zu diesem Aufschwung antisemitischer Ressentiments führten, und liefert neue statistische Daten über die Zahl der jüdischen Flüchtlinge, die im Ural, in Sibirien und im Gebiet der mittleren Wolga lebten. Die Einblicke des Buches in die regionale Verteilung und Konzentration dieser Migranten bieten einen Blick hinter die Kulissen der größten und intensivsten jüdischen Migration der Geschichte.