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Exterranean: Extraction in the Humanist Anthropocene
Exterranean befasst sich mit der Entnahme von Stoffen aus der Erde, einem Prozess, bei dem die Materie von unterirdisch zu außerirdisch wird. Durch die Erschließung eines reichhaltigen Archivs nichtmoderner Texte und Bilder aus ganz Europa bietet dieses Werk eine erfrischende Antwort auf mehrere kritische Trends im ökologischen Denken.
Indem er den Schwerpunkt von der Emission auf die Extraktion verlagert, lenkt Usher unsere Perspektive weg von erdähnlichen Globen und zeigt, was man gewinnt, wenn man den Planeten für die Tiefen im Inneren öffnet. Das Buch zeigt die materiellen und immateriellen Verbindungen zwischen der Erde, von der wir abbauen, den menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren des Abbaus und der abgebauten Materie, mit der wir täglich leben.
Usher verzichtet auf die selbstgefälligen Ansprüche des Posthumanismus und arbeitet stattdessen eine produktive Spannung zwischen dem materiell situierten Homo des nichtmodernen Humanismus und dem abstrakten und aggregierten Anthropos des Anthropozäns heraus. Im Dialog mit Michel Serres, Bruno Latour und anderen interdisziplinären Arbeiten in den Umwelt-Humanwissenschaften zeigt Usher, was vormodernes Material der zeitgenössischen Theorie bieten kann. Usher untersucht sowohl textuelle als auch visuelle Kultur und erforscht Werke von Ronsard, Montaigne und Rabelais, frühe wissenschaftliche Arbeiten von Paracelsus und anderen sowie Objekte, Stiche, Gebäude und die Salzminen von Wieliczka. Mit seinem historisierenden und spekulativen Ansatz legt Exterranean den Grundstein für einen vergleichenden Ökokritizismus, der die theoretischen Möglichkeiten zwischen den Epochen und Sprachen auslotet und unübersetzt.