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Familial Properties: Gender, State, and Society in Early Modern Vietnam, 1463-1778
Familial Properties ist die erste umfassende Geschichte der vietnamesischen Geschlechterbeziehungen in der vorkolonialen Zeit. Die Autorin Nhung Tuyet Tran zeigt, wie es einigen Frauen trotz der einseitigen gesetzlichen Bestimmungen und der Praxis einer patrilinearen, auf dem Erstgeburtsrecht basierenden Gesellschaft gelang, das System zu ihrem eigenen Vorteil zu manipulieren. Es gelang den Frauen, die sozioökonomischen Turbulenzen in einer Zeit des Krieges und des Chaos pragmatisch auszunutzen, um zu Reichtum zu gelangen und bis zu einem gewissen Grad zu kontrollieren, was mit ihrem Eigentum geschah.
Anhand rechtlicher, literarischer und religiöser Quellen, die in der demotischen Schrift, im klassischen Chinesisch und in europäischen Sprachen verfasst sind, zeigt Tran auf, dass ab dem 15. Jahrhundert staatliche und lokale Gemeinschaften Gesetze und Moralkodizes schufen, die die Teilnahme von Frauen am gesellschaftlichen Leben einschränkten. Jahrhundert führten wirtschaftliche und politische Unruhen dazu, dass die drei konkurrierenden Staaten - Mac, Trinh und Nguyen - ihre Anforderungen an den Militärdienst erhöhten, was zu einem Arbeitskräftemangel auf den Feldern und Märkten auf dem Land führte. Frauen füllten das von ihren Brüdern, Ehemännern und Vätern hinterlassene Vakuum aus, und während sie das Land bearbeiteten und die Märkte bewirtschafteten, häuften sie Geldkapital an. Um dieses Kapital zu schützen, umgingen sie die lokalen Gepflogenheiten und die staatlichen Gesetze, die die Erbrechte der Väter garantierten, indem sie die männlichen Führer zur Mitarbeit aufforderten. Im Gegenzug für Geld- und Landspenden an die örtliche Gemeinschaft wurden diese Frauen zu spirituellen Schutzherren der Gemeinschaft gewählt, deren Seelen durch kollektive Opfergaben für immer bewahrt werden sollten.
Indem sie nachzeichnet, wie Frauen, lokale Führer und Hofeliten Geschlechtermodelle aushandelten, um ihre Autorität abzugrenzen, zeigt Tran, dass trotz des konfuzianischen Ethos der Zeit Überlebensstrategien in der Lage waren, Geschlechternormen zu unterlaufen und neue kulturelle Modelle zu schaffen. Das Geschlecht als Signifikant von Machtbeziehungen war somit von zentraler Bedeutung für die Beziehung zwischen Staat und lokalen Gemeinschaften im frühen modernen Vietnam. Dieses reichhaltige und detaillierte Werk, das dokumentarische Belege aus einer Reihe von Archiven verwendet, wird für Wissenschaftler der südostasiatischen Geschichte und der vergleichenden Geschlechterforschung von großem Interesse sein.