
Rethinking Fanon: The Continuing Dialogue
Mehr als sechzig Jahre nach seinem Tod bleibt der Sozialphilosoph und Psychiater Frantz Fanon (1925-1961) eine herausragende intellektuelle Persönlichkeit. Der in Martinique geborene und in Frankreich zum Psychiater ausgebildete Fanon lehnte seine französische Staatsbürgerschaft ab, um sich in den 1950er Jahren der algerischen Befreiungsbewegung anzuschließen.
In dem kurzen Jahrzehnt von 1952 bis 1961 verfasste dieser brillante und engagierte Intellektuelle die drei Bücher Schwarze Haut, weiße Masken, Ein sterbender Kolonialismus und Die Elenden der Erde, die nach wie vor intellektuelle Aufbrüche in der ganzen Welt bewirken. Die heutige Wiedergeburt des Fanonismus an den Universitäten und in der englischsprachigen Welt ist ein Beweis für seine Aktualität. Das von dem angesehenen Fanon-Forscher Nigel C.
Gibson herausgegebene Buch Rethinking Fanon: The Continuing Dialogue (Fanon neu denken: Der fortgesetzte Dialog), das 1999 erstmals veröffentlicht wurde, ist zu einem Klassiker geworden, der neue Diskussionen über Fanon und Kultur-, Postkolonial-, Africana- und Gender-Studien mit früheren afrikanischen und afroamerikanischen Dialogen verbindet.
Das Buch beginnt mit einer maßgeblichen Biografie des ghanaischen Politikwissenschaftlers Emmanuel Hansen, die falsche Behauptungen über Fanons Leben korrigiert und ihn in den Marxismus, die Negritude, den Panafrikanismus und den historischen Kontext der Nachkriegsdekolonisierung, insbesondere die algerische Revolution, einordnet. Der erste Teil wird durch ausführliche Diskussionen von Fanons Theorien über Revolution und wahre Befreiung hervorgehoben, einschließlich Fanons revolutionärer Psychiatrie von Hussein A.
Bulhan, dem heutigen Präsidenten der Frantz-Fanon-Universität, sowie Diskussionen über Fanons Dialektik der Befreiung durch den afroamerikanischen Theoretiker Tony Martin und die marxistisch-humanistischen Autoren John Alan und Lou Turner. Der nächste Abschnitt untersucht das Wiederauftauchen Fanons in den postkolonialen Studien an britischen und amerikanischen Universitäten mit mittlerweile klassischen Kapiteln von Homi K. Bhabha, Henry Louis Gates Jr., Edward W.
Said und Benita Parry. Der dritte Abschnitt "Fanon, Gender und Nationalbewusstsein" enthält Kapitel von Anne McClintock, Diana Fuss und T. Denean Sharpley-Whiting, die für die anhaltenden Debatten über Identität und Handlungsfähigkeit von Bedeutung sind.
Diese exzellente Sammlung spiegelt den anhaltenden Einfluss von Fanons Denken auf Africana Studies, Feminismus und Sexualitätsstudien, Postkolonialismus, Dekolonialismus und Cultural Studies wider.