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Feminist Interpretations of Immanuel Kant
Wegen seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Verachtung für den Körper ist Kant Zielscheibe vieler feministischer Kritik gewesen. Als Inbegriff der Aufklärungsphilosophie des 18. Jahrhunderts ist sein Denken zudem ein Brennpunkt der feministischen Debatte über das Erbe der Aufklärung - ob seine Vorstellungen von Vernunft und Fortschritt Instrumente für die Emanzipation und Ermächtigung von Frauen bieten oder eher zur historischen Unterordnung von Frauen in der westlichen Gesellschaft beigetragen haben.
In diesem Band werden radikal divergierende Interpretationen Kants aus feministischer Sicht vorgestellt. Einige Aufsätze sehen in Kant einen wichtigen Beitrag zu Theorien der Rationalität und Autonomie, der feministische Projekte fördern kann. Andere Aufsätze argumentieren, dass Kant ein herausragender Vertreter patriarchalischer Ansichten ist und dass Geschlechterhierarchien in die Struktur seiner Theorien der Moral und des ästhetischen Urteils eingeschrieben sind. Aber sowohl Kritiker als auch Sympathisanten stellen die akzeptierte Topographie der kantischen Philosophie in Frage, in der zentrale philosophische Anliegen als abstrakt, universell und transzendental definiert werden. Stattdessen verorten diese feministischen Autorinnen die kantischen Fragen in der Politik des täglichen Lebens und betonen die verkörperte Natur von Wissen, Moral und Ästhetik. Sie analysieren Dilemmata, mit denen sich konkrete Subjekte konfrontiert sehen und die unter anderem Fragen der Freundschaft, der kollektiven Verantwortung, der Fremdenfeindlichkeit und des Kolonialismus betreffen.
Die Beiträge stammen von Annette C. Baier, Marcia Baron, Monique David-Mnard, Kim Hall, Cornelia Klinger, Jane Kneller, Sarah Kofman, Marcia Moen, Herta Nagl-Docekal, Adrian M. S. Piper, Jean P. Rumsey, Robin May Schott, Hannelore Schrder, Sally Sedgwick und Holly L. Wilson.