
Feminist Interpretations of Michel Foucault
In diesem Band wird die Schnittstelle zwischen dem Werk von Michel Foucault und der feministischen Theorie untersucht, wobei der Schwerpunkt auf Foucaults Theorien zu Geschlecht/Körper, Identität/Subjekt und Macht/Politik liegt.
Wie die anderen Bücher dieser Reihe versucht auch dieser Band, eine feministische Perspektive in die Interpretation einer wichtigen Figur des philosophischen Kanons einzubringen. Im Fall von Michel Foucault ist dieses Ziel jedoch etwas ironisch, denn Foucault sieht sein Werk als einen Bruch mit eben diesem Kanon. Da Feministinnen ihr Werk als ähnlich störend ansehen, scheinen Foucault und der Feminismus viele Gemeinsamkeiten zu haben, aber wie die Beiträge in dieser Sammlung zeigen, ist die Sache nicht so einfach. Wie viele Feministinnen beschäftigt sich Foucault vor allem mit Fragen der Sexualität und des Körpers. Dieses Anliegen hat sowohl Foucault als auch Feministinnen dazu veranlasst, das Grundkonzept des philosophischen Kanons der Moderne in Frage zu stellen: das körperlose transzendentale Subjekt. Sowohl Foucault als auch die Feministinnen sind der Ansicht, dass dieses Subjekt dekonstruiert und ein neues Konzept der Identität formuliert werden muss. Die aufregenden Möglichkeiten eines Foucaultschen Ansatzes zu Fragen des Subjekts und der Identität, insbesondere in Bezug auf Geschlecht und Körper, werden in mehreren der hier versammelten Aufsätze näher erläutert.
Trotz dieser Möglichkeiten hat Foucaults Ansatz jedoch ernste Fragen zu einem ebenso wichtigen Bereich des feministischen Denkens aufgeworfen - der Politik. Einige feministische Kritikerinnen von Foucault haben argumentiert, dass seine Dekonstruktion des Begriffs "Frau" auch die Möglichkeit einer feministischen Politik dekonstruiert. Mehrere Aufsätze untersuchen die Auswirkungen dieser Dekonstruktion auf die feministische Politik und legen nahe, dass eine feministische Politik im Sinne Foucaults nicht realisierbar ist. Insgesamt veranschaulicht diese Sammlung die Bandbreite des Interesses, das Foucaults Denken bei feministischen Denkerinnen hervorgerufen hat, und sowohl die Vorteile als auch die Nachteile seines Ansatzes für die Entwicklung feministischer Theorie und Politik.
Die Beiträge stammen von Nancy Fraser, Nancy Hartsock, Judith Butler, Ellen L. McCallum, Linda Alcoff, Honi Haber, Jana Sawicki, Jon Simons, Monique Deveaux, Moya Lloyd, Amy Allen und Terry Aladjem.