
Fictional Environments, 37: Mimesis, Deforestation, and Development in Latin America
Fiktive Umgebungen: Mimesis, Entwaldung und Entwicklung in Lateinamerika untersucht, wie fiktionale Werke zu Orten der Wissensproduktion, der Imagination und der Intervention in die lateinamerikanische Umwelt geworden sind.
Es wird die dynamische Beziehung zwischen fiktionalen Bildern und realen Orten untersucht, da die dauerhaften Darstellungen von Wäldern, ländlichen Gebieten und Wüsten in Romanen mit der kollektiven Wahrnehmung von Veränderungen wie Entwaldung und Urbanisierung kollidieren. Vom brasilianischen Hinterland bis zum aufstrebenden Rio de Janeiro und von den Regenwäldern Venezuelas und Perus bis zu den mexikanischen Landstrichen fand in Lateinamerika in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts eine rapide Abholzung statt.
Wie dramatisieren, widerstehen und intervenieren fiktionale Werke und andere kulturelle Objekte in diesen ökologischen Wandel? Anhand von Analysen der Werke von Jo o Guimar es Rosa, Alejo Carpentier, Juan Rulfo, Clarice Lispector und Mario Vargas Llosa zeigt Victoria Saramago, wie Romane Naturschutzinitiativen inspirierten und einen Gegenpol zur Entwicklungspolitik bildeten, und wie Umweltbelange die Agenda von Romanautoren als Essayisten, Politikern und öffentlichen Intellektuellen beeinflussten. Dieses Buch versucht zu verstehen, welche Rolle die literarische Repräsentation oder Mimesis bei der Gestaltung, Aufrechterhaltung und Verhandlung von Umweltimaginationen während der tiefgreifenden, anhaltenden Transformationen von den 1950er Jahren bis heute gespielt hat.