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Fly Away, Pigeon
Erzählt die herzzerreissende Geschichte einer Familie, die zwischen Emigration und Immigration hin- und hergerissen ist, und zeichnet eindrucksvolle Porträts des ehemaligen Jugoslawiens und der heutigen Schweiz.
In diesem Roman verwebt Melinda Nadj Abonji zwei Erzählstränge, indem sie die Geschichte von drei Generationen der Familie Kocsis erzählt und ihre hart erkämpfte Assimilation schildert. Die Familie Kocsis, die ursprünglich zur ungarischsprachigen Minderheit Serbiens in der Vojvodina gehörte, wandert Anfang der 1970er Jahre in die Schweiz ein, als ihre Heimatstadt noch Teil der jugoslawischen Republik war. Die Eltern Miklos und Rosza landen in der Schweiz und kennen nur ein Wort - "Arbeit". "Nach drei Jahren schweißtreibender Arbeit, sowohl legal als auch illegal, gelingt es ihnen schließlich, ein Visum für ihre beiden kleinen Töchter Ildiko und Nomi zu erhalten, die sicher zu ihnen kommen. Trotz all ihrer Anpassungs- und Assimilationsbemühungen müssen sie jedoch weiterhin Beleidigungen und Vorurteile von Mitgliedern ihrer neuen Gemeinschaft ertragen und hilflos mit ansehen, wie die Freunde und Familienmitglieder, die sie zurückgelassen haben, unter den Wirren des Balkankrieges leiden.
Mit hartnäckiger Nostalgie und mitfühlendem Realismus veranschaulicht Fly Away, Pigeon, wie viel Schmerz und Verlust selbst in den erfolgreichsten Einwanderergeschichten steckt. Es ist ein Werk, das stark lokal geprägt ist und gleichzeitig in der Geschichte und Kultur zweier unterschiedlicher Gemeinschaften wurzelt. Seine Emotionen und Kämpfe sind ebenso universell wie die menschlichen Dilemmata, die es schildert.