Bewertung:

Das Buch bietet eine tiefgreifende Reflexion über die Auswirkungen des technologischen Wandels auf das Verständnis und die Verwendung der Heiligen Schrift. Der Autor, Jeffrey Siker, untersucht den Übergang von mündlichen Überlieferungen zu digitalen Formaten und bewertet dabei sowohl die historischen als auch die aktuellen Auswirkungen. Das Buch wirft wichtige Fragen zu den Auswirkungen der Technologie auf den Glauben und die religiöse Praxis auf, wird aber von einigen Lesern als ambivalent und wenig tiefgründig empfunden.
Vorteile:Das Buch wird für seine gründliche Untersuchung des historischen Kontextes der Heiligen Schrift und seine durchdachte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen moderner digitaler Plattformen gelobt. Viele schätzten die Breite der behandelten Themen, einschließlich Audiobibeln und Bibelstudienprogramme. Positiv hervorgehoben wurden auch die zugängliche Diskussion über die Wissenschaft des Lesens und der ausgewogene Ton bei der Darstellung von Bedenken über digitale Medien.
Nachteile:Kritiker merkten an, dass sich das Buch manchmal wie ein journalistischer Überblick lese und es ihm in bestimmten Bereichen an Tiefe fehle, insbesondere in Bezug auf digitale Plattformen und deren relative Konkurrenz. Einige waren der Meinung, dass Sikers Ambivalenz gegenüber digitalen Bibeln unterentwickelt sei und die Vorteile vernachlässige, die sie insbesondere in Kontexten mit begrenztem Zugang bieten. Außerdem empfanden einige das letzte Kapitel als etwas veraltet und kommerziell im Stil.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Liquid Scripture: The Bible in a Digital World
Die elektronische Bibel ist auf dem Vormarsch - als Software für PCs, als App für Tablets und Handys. Immer mehr Schüler schauen im Unterricht auf leuchtende Bildschirme, um die Bibel nachzuschlagen, und die Gemeindemitglieder tun dies auch beim Bibelstudium und im Gottesdienst.
Jeffrey S. Siker fragt, welchen Unterschied es für unsere Erfahrung mit der Heiligen Schrift macht, wenn wir kein Buch mehr in der Hand halten, wenn wir wieder durch die Schrift „blättern“? Wie verändert der „Fluss“ der elektronischen Schrift unsere Wahrnehmung der Autorität und Bedeutung der Bibel? Siker erörtert den Unterschied, der entstand, als die frühen Christen den Kodex anstelle der Schriftrolle übernahmen und Gutenberg mit der Massenproduktion von gedruckten Bibeln begann. Er gibt auch einen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse darüber, wie das lesende Gehirn digitale Texte verarbeitet und wie die Kirchen digitale Bibeln verwenden, einschließlich Untersuchungen der Amerikanischen Bibelgesellschaft und seiner eigenen Umfragen unter Kirchenleitern.
Siker fragt, ob die Verbreitung elektronischer Übersetzungen die wahrgenommene Ernsthaftigkeit der Heiligen Schrift verringert. Wird dadurch ein individualistischer Umgang mit der Bibel gefördert? Wie wirkt sich die Abkehr von einer physischen Bibel auf die liturgische Praxis aus? Seine Synthese der Vorteile und Risiken der digitalisierten Bibel verdient ein ernsthaftes Nachdenken in Klassenzimmern und Kirchen gleichermaßen.