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Form and Foreskin: Medieval Narratives of Circumcision
Warum bat der heilige Augustinus Gott darum, „seine Lippen zu beschneiden“? Warum schneidet Sir Gawain dem Grünen Ritter am Fest der Beschneidung den Kopf ab? Ist Chaucers Frau von Bath tatsächlich - wie ein früher Glossator sie darstellt - eine Vorhaut? Und warum hat Ezra Pound behauptet, er habe The Waste Land in seinem unbeschnittenen Glied ausgebrütet? In diesem kleinen Buch gräbt A. W.
Strouse eine Poetik der Vorhaut aus und deckt auf, wie die patristischen Theologien der Beschneidung die literarische Ästhetik des Mittelalters in Europa strukturierten. In Anlehnung an die Schriften des heiligen Paulus werden „Beschneidung“ und „Unbeschneidung“ zu Schlüsselbegriffen für die Theorie der Sprache - insbesondere für die Dichotomien zwischen dem bloßen Text und seiner erweiterten Exegese, zwischen Kürze und Langatmigkeit, zwischen Weisheit und Torheit.
Form and Foreskin befasst sich mit drei Werken: einer eigentümlichen Geschichte des heiligen Augustinus über einen Jungen mit einer langen Vorhaut, Sir Gawain and the Green Knight und Chaucers Wife of Bath's Tale. Durch die Untersuchung literarischer Szenen des Beschneidens und Dehnens zeigt Strouse auf, wie die patristische Behandlung der Beschneidung die mittelalterliche Poetik auf seltsame Weise bestimmt.