Bewertung:

Framing Decisions von J. Davidson Frame bietet einen umfassenden und interdisziplinären Ansatz zur Entscheidungsfindung, der die Komplexität der realen Welt, mehrere Perspektiven und den Einfluss der Irrationalität betont. Das Buch schlägt eine Brücke zwischen anekdotischen Einsichten und rigoroser akademischer Forschung und liefert wertvolle Erkenntnisse für Entscheidungsträger. Manche Leser empfinden die Darstellung jedoch als schwierig, da es an Struktur mangelt und die persönlichen Erzählungen zu sehr ausgeschmückt werden.
Vorteile:Das Buch bietet eine neue Perspektive auf die Entscheidungsfindung, indem es die menschliche Irrationalität und die komplexe soziale Dynamik, die Entscheidungen beeinflusst, anerkennt. Es kombiniert Einsichten aus verschiedenen Disziplinen, was es für Entscheidungsträger in der Praxis relevant macht. Das Buch ist ansprechend geschrieben, mit einer Mischung aus persönlichen Anekdoten und wissenschaftlichen Referenzen, was viele Leser zu schätzen wissen.
Nachteile:Einige Leser kritisieren die lockere Struktur des Buches, das Fehlen praktischer Anleitungen und die übermäßig persönlichen Erzählungen. Einige Rezensenten sind der Meinung, dass das Buch veraltet ist und die neuesten kognitions- und sozialwissenschaftlichen Forschungsergebnisse nicht ausreichend berücksichtigt. Auch der Ich-Erzählstil wird von einigen als abschreckend empfunden.
(basierend auf 16 Leserbewertungen)
Framing Decisions: Decision-Making That Accounts for Irrationality, People and Constraints
Die Wirtschaftskrise von 2008-2009 war ein einschneidendes Ereignis: Sie hat gezeigt, dass kluge Leute nicht so klug sind, wie sie und die Öffentlichkeit glauben. Die Krise entstand, weil eine Menge hoch gebildeter Menschen in einflussreichen Positionen - politische Entscheidungsträger, Wirtschaftsführer und große Teile der Öffentlichkeit - eine Menge schlechter Entscheidungen trafen, trotz des beispiellosen Zugangs zu Daten, hochentwickelten Entscheidungsunterstützungssystemen, methodischen Fortschritten in den Entscheidungswissenschaften und der Beratung durch sehr erfahrene Experten. Wie konnten wir so viel falsch machen? Die Antwort, so J. Davidson Frame in Framing Decisions: Decision Making That Accounts for Irrationality, People, and Constraints (Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von Irrationalität, Menschen und Sachzwängen), dass herkömmliche Verfahren die drei kritischen, unermesslichen Elemente, die im Untertitel des Buches hervorgehoben werden - Irrationalität, Menschen und Sachzwänge - nicht berücksichtigen.
Frame argumentiert, dass Entscheidungsträger über ihre einseitige Konzentration auf rationale und optimale Lösungen, wie sie das traditionelle Paradigma predigt, hinausgehen müssen. Sie müssen den sozialen Raum einer Entscheidung berücksichtigen und sich mit den Realitäten von Verheimlichung, Inkompetenz, Erbe, Gier, Gruppendruck und Konflikten auseinandersetzen. Letztendlich sollten sie sich bei Entscheidungen von großer Tragweite auf den Menschen konzentrieren - sowohl als Individuum als auch in Gruppen.
Framing Decisions bietet einen neuen Ansatz zur Entscheidungsfindung, der die Entscheidungsträger dazu bringt, den Menschen und den sozialen Kontext in den Mittelpunkt des Entscheidungsprozesses zu stellen. Es bietet eine Anleitung, wie man Entscheidungen in einer realen Welt trifft, in der echte Menschen nach echten Lösungen für ihre Probleme suchen.