
Selling Mrs. Consumer: Christine Frederick & the Rise of Household Efficiency
Dieses erste Buch über Leben und Werk von Christine Frederick (1883-1970) zeigt ein wichtiges Dilemma auf, mit dem sich gebildete Frauen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts konfrontiert sahen. Im Gegensatz zu ihrer beruflichen Rolle als Expertin für Haushaltsführung, Werbeberaterin und Verbraucherschützerin vertrat Christine Frederick das Ideal des neunzehnten Jahrhunderts, das tugendhafte Heim - und den Platz der Frau darin - zu bewahren. In dem Bemühen, ihren Wunsch nach Erfolg in der öffentlichen Sphäre der Modernisierung und des Konsums mit dem Wissen in Einklang zu bringen, dass die meisten Amerikaner der Mittelschicht noch immer an traditionellen Vorstellungen über die Geschlechterrollen festhielten, gestaltete Frederick für sich selbst eine Karriere, die andere Frauen dazu ermutigte, zu Hause zu bleiben.
Mit dem Aufkommen der Hauswirtschaftslehre und des wissenschaftlichen Managements entwickelte Frederick, die zwar ein Hochschulstudium absolviert hatte, aber auf die schweißtreibende Hausarbeit beschränkt war, einen Plan, um die öffentliche Sphäre ins Haus zu holen. Ihr Haus sollte zu ihrer Fabrik werden. Durch Beobachtung arbeitssparender Geräte in der Industrie lernte sie, wie man Aufgaben standardisiert, und wandte dieses Wissen dann auf die Hausarbeit an. So standardisierte sie zum Beispiel das Geschirrspülen, indem sie es in drei separate Arbeitsgänge aufteilte: Schaben und Stapeln, Waschen sowie Abtrocknen und Einräumen. Entschlossen, Frauen zu tüchtigen Hausfrauen und effizienten Managerinnen auszubilden, sicherte sich Frederick einen Job als Autorin von Artikeln für das Ladies' Home Journal. Später erweiterte sie ihre berufliche Laufbahn als Expertin für Haushaltseffizienz um eine Tätigkeit als Werbeberaterin und Verbrauchervertreterin. Frederick versicherte den männlichen Werbetreibenden, dass sie die Frauen gut kannte, und versprach, ihnen dabei zu helfen, an "Mrs. Consumer" zu verkaufen.
Während Frederick die Macht und den Einfluss anstrebte, die nur Männer haben, förderte sie die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und diente damit dem Niedergang des Feminismus zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Rutherfords fesselnder Bericht über Christine Fredericks Leben spiegelt ein Dilemma wider, das Frauen auch heute noch beschäftigt: die Frage, ob sie sich beruflich verwirklichen oder an traditionellen Familienwerten festhalten wollen.