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Women and Religiosity in Orthodox Christianity
Frauen und Religiosität im orthodoxen Christentum füllt eine bedeutende Lücke in der Soziologie der religiösen Praxis: Studien, die sich auf die Religiosität von Frauen konzentrierten, haben orthodoxe Bevölkerungsgruppen übersehen, während Studien zur orthodoxen Praxis (innerhalb des vorherrschenden theologischen, historischen und soziologischen Rahmens) geschlechtsblind geblieben sind.
Die Aufsätze in dieser Sammlung werfen ein neues Licht auf die Frauen, die eine beträchtliche Mehrheit der orthodoxen Bevölkerung ausmachen, indem sie sich mit den Lebenswelten, Praktiken und Erfahrungen von Frauen in Bezug auf ihre Religion an zahlreichen, unterschiedlichen Orten befassen und sowohl zeitgenössische als auch Entwicklungen vor 1989 diskutieren. Die Beiträge setzen sich kritisch mit dem pluralistischen und sich wandelnden Charakter des institutionellen und sozialen Lebens der Orthodoxie auseinander, indem sie feministische Erkenntnistheorien anwenden und sich auf originale ethnografische Forschungen stützen, um den bisher ignorierten Perspektiven, Kenntnissen und Erfahrungen orthodoxer Frauen Rechnung zu tragen.
Durch die Kombination der Tiefe ethnografischer Analysen mit geografischer Breite und die Anwendung einer Vielzahl von Forschungsmethoden erweitert dieses Buch unser Verständnis des orthodoxen Christentums, indem es orthodoxe Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund in verschiedenen Kontexten untersucht: in Kirchengemeinden, Klöstern, in den säkularen Räumen des Alltagslebens und unter sich verändernden historischen Bedingungen und politischen Regimen. Entgegen der Behauptung, das orthodoxe Christentum sei unveränderlich und zeitlich festgelegt, wird in diesen Aufsätzen argumentiert, dass Kontinuität und Wandel in sozialen Praktiken, demografischen Trends und größeren materiellen Kontexten an der Schnittstelle zwischen Geschlecht, Orthodoxie und Lokalität harmonisch zu finden sind.