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Strangers to Family: Diaspora and 1 Peter's Invention of God's Household
In Strangers to Family liest Shively Smith den 1. Petrusbrief durch ein neues Modell der Diaspora. Smith beleuchtet dieses eigentümlich petrinische Verständnis von Diaspora, indem er es mit drei anderen ausgewählten Perspektiven aus erhaltenen hellenistischen jüdischen Schriften in Beziehung setzt: den Daniel-Hofgeschichten, dem Aristeas-Brief und den Werken Philos.
Während der 1. Petrusbrief dazu neigt, als repräsentativ für das Verständnis der Diaspora in hellenistisch-jüdischen und frühchristlichen Kreisen angesehen zu werden, zeigt Smith, dass der 1. Petrusbrief die grundlegendste Bedeutung der Diaspora, wie sie von seinen literarischen Kollegen verstanden wurde, tatsächlich umkehrt. Anstatt die Zerstreuung eines Volkes mit einem gemeinsamen territorialen Ursprung zu bezeichnen, stellt die Diaspora für 1 Petrus ein bereits zerstreutes Volk dar, das ein gemeinsames, gemeinschaftliches, himmlisches Ziel hat.
Smiths Entdeckung einer besonderen Ausprägung der Diaspora im 1. Petrusbrief stützt sich auf ihre sorgfältige vergleichende historische, literarische und theologische Analyse von Diaspora-Konstruktionen in hellenistischen jüdischen Schriften. Ihre Lektüre des 1. Petrus stellt somit die Verwendung des Exils und der Wanderschaft als Leitkonzepte für die Lektüre des 1. Petrus in Frage, überdenkt die konzeptionelle Bedeutung der Diaspora im 1. Petrus und im gesamten neutestamentlichen Kanon und befreit den 1. Petrus davon, ausschließlich durch die Rubriken des Fremden-Heimatlosigkeits-Modells oder der Haushaltscodes interpretiert zu werden. Der erste Petrusbrief recycelt nicht die übliche Diaspora-Identität, sondern ist, wie Strangers to Family zeigt, eine Epistel, die die früheste christliche Konstruktion der Diaspora als Lebensform darstellt.