
Early Modern Visions of Space: France and Beyond
Wie Schriftsteller auf eine sich entwickelnde Kosmologie im 16. Jahrhundert reagieren und wie sich Literatur und Raum gegenseitig bedingen, sind die Leitfragen dieses Bandes, in dem sechzehn Autoren das Thema Raum in seinen vielfältigen Ausprägungen und Darstellungen untersuchen.
Die erste Sektion des Bandes befasst sich mit der frühneuzeitlichen Erforschung und Kodifizierung städtischer und ländlicher Räume sowie maritimer und industrieller Ausdehnungen: "Raum und Territorium: Geographien in Texten" trägt somit zu einer Geschichte des Raumbewusstseins bei. Die Konstruktion lokaler, nationaler, politischer, öffentlicher und privater Orte wird in "Raum und Politik" beleuchtet: Literarische Geographien"; die Beiträge in diesem Segment zeigen, wie gebaute Formen als architektonische oder literarische Konstruktionen und räumliche Orientierung miteinander verwoben sind. "Raum und Geschlecht: Geopoetische Annäherungen" spürt der Erfahrung von Geschlecht als politischer, territorialer und kommunikativer Erkundung nach; die Aufsätze dieser Abteilung befassen sich mit sozialer Organisation und ihrer symbolischen Analyse, die in literarische Texte mündet, die man als psychologische Produktionstheorien bezeichnen könnte.
Die Entwicklung von ethischen Ansätzen, die sich an die koloniale Expansion anpassen oder ihr kritisch gegenüberstehen, wird in "Space and Ethics" analysiert: Geokritische Unternehmungen"; hier treffen wir auf die frühneuzeitliche Globalisierung, in der Einheimische, Entdecker, Einwanderer, Abenteurer und Intellektuelle sich an neuen Orten wiederfinden, sich auf Widerstand einlassen oder auf ihn stoßen oder versuchen, lokale soziopolitische Systeme zu überarbeiten, während sie die ihnen bekannten neu bewerten. "Der Raum des Buches, das Buch als Raum: Drucken, Lesen, Veröffentlichen" analysiert das taktile Objekt Buch als Schauplatz für Handel, Politik und schriftstellerische Experimente.