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Guide to Documentary Sources for Andean Studies, 1530-1900: Three Volume Set
Veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Center for Advanced Study in the Visual Arts, National Gallery of Art.
Vor der Ankunft der Europäer in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts gab es bei den Andenvölkern keine Schrifttradition. Aus diesem Grund sind die von europäischen Chronisten der frühen Neuzeit und späteren andinen Autoren verfassten Texte eine wichtige Quelle für Informationen über die Anden. Dieses bahnbrechende dreibändige Nachschlagewerk inventarisiert die wichtigsten Quellen, die für das Studium der Region nützlich sind - insbesondere die prähispanischen und vizeköniglichen Kulturen - und deckt die relevanten Texte vom 16. bis zum 19. Jahrhundert ab. Mit schriftlichen Beiträgen von 122 Wissenschaftlern aus neunzehn Ländern und reichlich illustriert mit Zeichnungen, Stichen, Fotografien und Karten bietet der Leitfaden neue Perspektiven auf Schlüsselwerke und spiegelt wesentliche Veränderungen in den historischen und kulturellen Studien der letzten fünfzig Jahre wider.
Der erste Band enthält neunundzwanzig Aufsätze über die Herkunft und das Wesen der Quellen, wobei der Schwerpunkt auf neueren Forschungen und Interpretationen liegt. Die behandelten Themen reichen von andinen Aufzeichnungen mit geknüpften Schnüren und kolonialer Buchführung bis hin zu Rechtsangelegenheiten und Naturgeschichte. Die Aufsätze befassen sich auch mit Themen, die für die Andenforschung relativ neu sind, wie z. B. das Volksdrama, Reiseberichte und der Einfluss der klassischen Tradition in den Anden.
In den Bänden 2 und 3 werden bestimmte Autoren alphabetisch aufgelistet und ihre Texte besprochen. Die Einträge enthalten Informationen wie biografische Daten, Standorte von Manuskripten, Publikationsgeschichte, Übersetzungen und Hinweise auf Sekundärliteratur.
Das Handbuch ist ein unverzichtbares Forschungsinstrument für Wissenschaftler und Studenten der präkolumbianischen und kolonialen Andenforschung, insbesondere in den Bereichen Anthropologie, Archäologie, Religionswissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte. Er unterstreicht die kulturelle Komplexität der europäischen Präsenz in der Andenregion und hilft den Lesern, ein tieferes Verständnis für die unterschiedlichen Zwecke und Perspektiven dieser Aufzeichnungen zu gewinnen.