
For God and Country: Essays on Religion and Nationalism
Religion und Nationalismus sind beide mächtige und wichtige Marker für die individuelle Identität, aber die Beziehung zwischen beiden ist eine Quelle erheblicher Debatten gewesen. Ein Großteil, wenn nicht sogar die meisten der frühen Arbeiten im Bereich der Nationalismusforschung basierten zumindest implizit auf der Vorstellung, dass die Religion als genealogischer Träger der Identität mit dem Aufkommen der säkularen Moderne, die durch den Nationalismus verursacht wurde, verdrängt wurde.
Oder anders ausgedrückt: Die nationale Identität und ihre ideologische Ausprägung, der Nationalismus, füllten die Lücke, die in der Selbstidentifikation der Menschen entstand, als sich die Religion im Angesicht der Moderne zurückzog. Spätestens seit den späten 1990er Jahren wird diese Ansicht zunehmend von Wissenschaftlern in Frage gestellt, die versuchen, das offensichtliche Fortbestehen religiöser Identitäten zu erklären. Vielleicht noch interessanter ist, dass sowohl Religions- als auch Nationalismusforscher festgestellt haben, dass diese beiden Arten der Selbstidentifikation zwar manchmal in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen, wie die früheren Modelle erklärten, dass sie aber auch häufig nebeneinander existieren oder sich sogar gegenseitig unterstützen.
In dieser Aufsatzsammlung werden die aktuellen Überlegungen zur Beziehung zwischen Religion und Nationalismus aus verschiedenen Blickwinkeln und anhand einer Reihe unterschiedlicher Fallstudien untersucht. Allen Ansätzen gemeinsam ist das Interesse daran, unser Verständnis von Nationalismus als einem in erster Linie säkularen Phänomen zu verkomplizieren, indem die Religion wieder in die Diskussion eingebracht wird.