Bewertung:

Das Buch enthält informative Geschichten und geschichtliche Hintergründe über Yellowstone, wobei der Schwerpunkt auf dem Bärenmanagement und der Entwicklung unserer Vorstellungen von der Natur liegt. Während es als leicht zu lesende Lektüre mit nachvollziehbarem Inhalt gelobt wird, finden manche es weniger fesselnd.
Vorteile:Informativ und leicht zu lesen, behandelt interessante Geschichten und Geschichte, weitgehend frei von Fachjargon, erforscht komplexe Ideen über Natur und Wildnis.
Nachteile:Kann für manche Leser langweilig sein, insbesondere für diejenigen, die sich nicht speziell für die Geschichte der Parkverwaltung interessieren; andere Bücher über Bären sind vielleicht unterhaltsamer.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Do (Not) Feed the Bears: The Fitful History of Wildlife and Tourists in Yellowstone
Es war ein vertrauter Anblick im Yellowstone-Nationalpark: Der Verkehr staute sich meilenweit zurück, weil Besucher Bären aus ihren Autos fütterten. Es mag zwar gegen die Vorschriften verstoßen haben, aber die Parkbeamten waren bereit, ein Auge zuzudrücken, wenn die Öffentlichkeit dadurch zufrieden war. Doch schließlich wurde die Bärenfütterung zu weit verbreitet und zu gefährlich für alle - auch für die Bären - als dass der National Park Service (NPS) sie noch länger hätte zulassen können.
Als eines der beliebtesten und beständigsten Symbole des Parks sind die Yellowstone-Bären seit langem ein Brennpunkt für Kontroversen. Alice Wondrak Biel zeichnet die Entwicklung ihrer komplexen Beziehung zu den Menschen nach - von der Einrichtung der ersten inszenierten Wildtierbeobachtungsgebiete bis in die Gegenwart - und ordnet diese Beziehung in den breiteren Kontext der amerikanischen Kulturgeschichte ein. Schon früh galten die Bären in den Parks als Darsteller oder Ersatztiere und wurden routinemäßig mit Handzetteln aus Autos gefüttert sowie mit Hotelabfällen, die an den von den Parks genehmigten "Bären-Lunch-Countern" abgeladen wurden. Doch als diese Aktivitäten zu immer mehr Verletzungen durch Touristen und dadurch getöteten Bären führten und sich die Vorstellungen über den Naturschutz und den Auftrag des NPS änderten, wandelte die Behörde das Image des Bären von einem niedlichen Zirkusartisten zu einem gefährlichen Wildtier und schließlich zu einem wichtigen Bewohner eines empfindlichen Ökosystems.
Anhand der Geschichte der aufgezeichneten Interaktionen mit Bären und aussagekräftiger Fotos, die die sich entwickelnde Beziehung zwischen Bären und Menschen zeigen, zeichnet Biel die Reaktion der Parkbesucher auf die Bemühungen des NPS nach - von den Warnungen von Yogi Bear (die nur wenige Touristen ernst nahmen) bis zur zunehmenden Förderung wichtiger ökologischer Themen und Anliegen. Schließlich, als die Regeln durchgesetzt wurden und sich das Verhalten der Touristen dramatisch änderte, kehrten die Bären zu einer natürlicheren Existenz zurück.
Biels unterhaltsamer und informativer Bericht zeichnet diese allmähliche "Renaturierung" nach und ist gleichzeitig eine warnende Geschichte über die Notwendigkeit sorgfältiger Verhandlungen an der komplexen Schnittstelle zwischen Touristen, Bären und allen wilden Dingen.