Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 3 Stimmen.
Gadamer's Hermeneutics: Between Phenomenology and Dialectic
In Gadamers Hermeneutik liefert Robert J. Dostal eine umfassende und kritische Darstellung von Hans-Georg Gadamers hermeneutischer Philosophie.
Er argumentiert, dass Gadamers Unternehmen in der These wurzelt, dass "das Wesen, das verstanden werden kann, Sprache ist". Er verteidigt Gadamer gegen den Vorwurf des Sprachidealismus und betont die Beziehung der Sprache zum Verstehen, obwohl er Gadamer dafür kritisiert, dass er die Rolle des Vorsprachlichen in unserer Erfahrung zu oft ignoriert. Dostal fährt fort, die wichtige Rolle des Konzepts des "inneren Wortes" für Gadamers Darstellung der Sprache zu erklären.
. Das Buch verortet Gadamers Hermeneutik in dreierlei Hinsicht: in Bezug auf die Anfechtbarkeit des Erbes des Aufklärungsprojekts; in Bezug auf das Werk seines Mentors Martin Heidegger; und in Bezug auf Gadamers Lektüre von Platon und Aristoteles. Dostal untersucht sowohl Gadamers Anspruch an die Aufklärung als auch seine Ambivalenz ihr gegenüber.
Er betrachtet Gadamers Abhängigkeit von Heideggers Errungenschaften und zeigt gleichzeitig auf, auf welche Weise Gadamer seinen eigenen Weg ging, indem er die Platon-Lektüre seines Lehrers und dessen Antihumanismus zurückwies. Dostal weist auch auf bemerkenswerte Unterschiede in der Politik der beiden Philosophen hin. Schließlich vermittelt Dostal zwischen der Hermeneutik Gadamers und dem, was man als philologische Hermeneutik bezeichnen könnte.
Seine Analyse verteidigt den bürgerlichen Humanismus, der den Höhepunkt der Hermeneutik des Philosophen darstellt, einen Humanismus, der sich durch moralische Erziehung, gesunden Menschenverstand, Urteilsvermögen und Geschmack definiert. Befürworter und Kritiker von Gadamers Philosophie werden aus dieser großen Leistung viel lernen.