Bewertung:

Die Rezensionen zeigen eine komplexe Bewertung von Lucy Rialls Biografie über Garibaldi, die sich auf die Themen Mythenbildung und Medieneinfluss im Kontext der nationalistischen Bewegungen im Italien des 19. Jahrhunderts. Während viele Leser Rialls gründliche Recherchen und ihren erfrischenden Blick auf Garibaldis Leben schätzten, kritisierten andere, dass es dem Buch an einer traditionellen biografischen Erzählung fehle und dass es Garibaldis Charakter zu kritisch beurteile.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben, informativ und gründlich recherchiert. Rialls Analyse der Rolle der Medien bei der Gestaltung von Garibaldis Mythos wird für ihre Tiefe gelobt. Mehrere Leser finden es aufschlussreich in Bezug auf die Entstehung des italienischen Nationalismus und schätzen Rialls Infragestellung der traditionellen Erzählungen. Auch die Struktur des Buches und die originelle Forschung werden als Stärken hervorgehoben.
Nachteile:Viele Rezensenten äußern ihre Enttäuschung darüber, dass der Schwerpunkt des Buches eher auf der Mythenbildung als auf einer konventionellen Biografie liegt, und einige haben das Gefühl, dass dadurch Garibaldis wahrer Heldenmut untergraben wird. Die Kritiker erwähnen, dass die Analyse zu skeptisch und repetitiv sein kann, was zu einem langweiligen Leseerlebnis führt. Beschwerden über fehlende Bilder in der Kindle-Ausgabe schmälerten das Lesevergnügen einiger Leser zusätzlich.
(basierend auf 21 Leserbewertungen)
Garibaldi: Invention of a Hero
Die erste nachhaltige Analyse des Kultes um den legendären italienischen Helden
Giuseppe Garibaldi, der italienische Revolutionsführer und Volksheld, gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten des neunzehnten Jahrhunderts. Jahrhunderts. Dieses Buch versucht, sein Leben und die Entstehung seines Kults zu untersuchen, seine Auswirkungen zu bewerten und seinen überraschenden Erfolg zu verstehen. Dreißig Jahre lang war Garibaldi an allen kämpferischen Ereignissen in Italien beteiligt. Seinen größten Moment erlebte er 1860, als er eine Revolution in Sizilien verteidigte und den Zusammenbruch der Bourbonenmonarchie, den Sturz der päpstlichen Macht in Mittelitalien und die Gründung des italienischen Nationalstaats herbeiführte. Dies machte ihn zu einer weltweiten Ikone, die für Stärke, Tapferkeit, Männlichkeit, Heiligkeit und Abenteuerlust steht. Gut aussehend, extravagant und sexuell attraktiv, wurde er zu Lebzeiten verehrt und nach seinem Tod 1882 zu einer Kultfigur. Lucy Riall zeigt, dass der aufkommende Garibaldi-Kult ursprünglich von Revolutionären erdacht wurde, die den Status quo umstürzen wollten, dass er auch das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Schriftstellern, Künstlern, Schauspielern und Verlegern war und dass er bei einer breiten Öffentlichkeit wirklich und dauerhaft populär wurde. Das Buch zeigt, dass Garibaldi eine wesentliche Rolle dabei spielte, sich selbst als eine neue Art von "charismatischem" politischem Helden zu profilieren. Es analysiert die Art und Weise, wie der Garibaldi-Mythos genutzt wurde, um nationale politische Strukturen sowohl zu legitimieren als auch in Frage zu stellen.
Außerdem werden Elemente von Garibaldis politischem Stil aufgezeigt, die von politischen Führern in aller Welt übernommen wurden, darunter Mussolini und Che Guevara.