
Tied and Bound: A Comparative View on Manuscript Binding
Der vorliegende Band enthält zwölf Kapitel, die von Spezialisten asiatischer, afrikanischer und europäischer Manuskriptkulturen verfasst wurden und sich mit dem Zusammenhalt schriftlicher Artefakte, insbesondere von Manuskripten, befassen.
Ausgehend von der Annahme, dass es in jeder Manuskriptkultur "kodikologische Einheiten" gibt und dass diese in der Regel aus einzelnen Elementen bestehen (wie Tontafeln, Papyrusblätter, Bambusstreifen, Pergamentbifolios, Palmblätter), ist die Frage nach dem Zusammenhalt der Bestandteile eine allgemeine Frage. Der Band präsentiert eine Reihe von Fallstudien über Mittel und Strategien, die von räumlich (von China bis Westafrika) und zeitlich (vom dritten Jahrtausend v.
Chr. bis zur Gegenwart) weit entfernten Manuskriptkulturen eingesetzt wurden, um diesen Zusammenhalt zu erreichen. Diese vergleichende Betrachtung bildet den Rahmen für das Verständnis eines Phänomens, das für die Untersuchung der Struktur schriftlicher Artefakte von wesentlicher Bedeutung zu sein scheint.
Unabhängig von der Art und Weise, wie die Kohäsion realisiert wird, werden alle Strategien und Mittel, die es ermöglichen, die Konstituenten zusammenzuhalten, unter dem Begriff "Bindung" subsumiert. So ist es möglich, Ähnlichkeiten, Konvergenzen und einzigartige physikalische und technische Methoden aufzuzeigen, die von verschiedenen Manuskriptkulturen zur Bewältigung einer gemeinsamen Herausforderung eingesetzt wurden.