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Changing Birth in the Andes: Culture, Policy, and Safe Motherhood in Peru
Als Lucia Guerra-Reyes 1997 mit ihren Forschungen in Peru begann, stellte sie eine tiefe Kluft zwischen den Wünschen des Gesundheitspersonals und denen der indigenen Frauen bezüglich der Geburtshilfe fest. Hebammen und Ärzte flehten sie als Anthropologin an, "die Frauen über die gefährliche Unzulänglichkeit ihrer Traditionen aufzuklären". Sie sahen nicht, wie ihr Ziel, die Müttersterblichkeitsrate zu senken, mit den Erfahrungen der einheimischen Frauen kollidierte, die oft Angst vor öffentlichen Gesundheitszentren hatten, wo sie diskriminiert und verbal oder körperlich misshandelt werden konnten. Die Frauen und ihre Familien strebten in erster Linie eine "gute" Geburt an, die in der Regel eine Hausgeburt war und den andinen Vorstellungen von Gesundheit als Gleichgewicht der Körpersäfte entsprach.
Die peruanische interkulturelle Geburtshilfepolitik von 2005 sollte diese langjährigen Probleme lösen, indem sie die kulturellen Werte der Indigenen anerkannte und die biomedizinische Versorgung für indigene Frauen zugänglicher und wünschenswerter machte. Dennoch bleiben viele Schwierigkeiten bestehen.
Guerra-Reyes widmet auch dem Gesundheitspersonal ethnografische Aufmerksamkeit. Sie erläutert die Schichtzugehörigkeit und den Bildungshintergrund der traditionellen Geburtshelferinnen und Hebammen, interviewt Ärzte und Verwaltungsangestellte des Gesundheitswesens und beschreibt deren Interaktionen mit den Familien vor Ort. Interviews mit nationalen Entscheidungsträgern stellen das Programm in einen Kontext.