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Dangerous Seats: Parliamentary Violence in the United Kingdom
Dangerous Seats untersucht die physischen Bedrohungen, denen Politiker im Laufe der Jahrhunderte ausgesetzt waren. Diese Gefahren reichten von Verhaftung und Inhaftierung (durch Monarchen, Soldaten und Kollegen) bis hin zu Schlägereien im Plenarsaal, Duellen im Rahmen von Debatten, gewaltsamer Entfernung aus dem Plenarsaal und Angriffen durch Mobs oder Einzelpersonen.
Allen diesen Gefahren gemeinsam ist, dass sie lediglich auf die Ausübung von Tätigkeiten zurückzuführen sind, die mit einem Parlamentssitz verbunden sind: das Sprechen in der Debatte, die Abstimmung in den Abteilungen, die Arbeit in den Ausschüssen, das Ansprechen von Wählern. Die meisten der Hunderte von dokumentierten Fällen parlamentarischer Gewalt betreffen die Bewohner des Westminster-Palastes, aber auch die Mitglieder von zwei Institutionen, die in den Westminster-Palast eingegliedert wurden (das schottische und das irische Parlament aus der Zeit vor 1707 bzw. vor 1800), und einer Institution, die aus dem Westminster-Palast ausgegliedert wurde (Stormont), sind vertreten.
Zusammen erzählen sie eine faszinierende Geschichte. Dies ist nicht nur ein Bericht über die Hunderte von Fällen, in denen Politiker verletzt oder sogar getötet wurden, weil sie ihr Amt ausübten, obwohl der oft bewiesene Mut augenöffnend ist; parlamentarische Gewalt ist auch ein interessantes und ungewöhnliches Objektiv, durch das man die britische Geschichte betrachten kann.
Sie bietet Einblicke in mehr als nur Schlüsselmomente der Politik. Sie wirft ein Licht auf die gesellschaftlichen Gepflogenheiten, insbesondere auf den Aufstieg und Fall des Ehrenkodexes, eines Ethos, das 250 Jahre lang die Parlamentarier dazu ermutigte, sich wegen wirklicher oder eingebildeter Kränkungen zu prügeln.
Sie beleuchtet auch einige der Dynamiken der institutionellen Reformen. Die Geschichte der parlamentarischen Gewalt wird all jene faszinieren, die sich für die britische oder parlamentarische Geschichte, den sozialen Wandel oder die Demokratisierung interessieren.