
Against Political Compromise - Sustaining Democratic Debate (Ruser Alexander (Zeppelin University))
Der politische Kompromiss entwickelt sich zur bevorzugten Lösung für zahlreiche scheinbar unlösbare Probleme. Viele haben auf die zunehmende politische Polarisierung bei Themen wie Klimawandel, Einwanderung und Abtreibung hingewiesen.
Es handelt sich dabei um „böse Probleme“, die eindeutig nicht für einen politischen Konsens geeignet sind. Die Gruppen und Einzelpersonen, die sich mit diesen Themen befassen, sind sich oft völlig uneinig, und das oft sehr heftig. Als Alternative bietet der politische Kompromiss anscheinend eine Möglichkeit, die Unterschiede zu respektieren und gleichzeitig eine Entscheidung herbeizuführen, auf deren Grundlage die Politik vorankommen kann.
Die Befürworter des politischen Kompromisses sollten sich jedoch auch seiner erheblichen Schwächen und Gefahren bewusst sein. Unter Berufung auf aktuelle Beispiele aus verschiedenen Politikbereichen behaupten die Autoren, dass der Kompromiss Ungleichheit verschleiern, Pluralität reduzieren und Unsicherheit erhöhen kann.
Kurz gesagt, der Kompromiss kann die Demokratie schwächen und darf nicht als eine Art politisches Allheilmittel betrachtet werden. Dieser prägnante, leicht zugängliche Text bietet eine starke und provokative Argumentation, die einen entscheidenden Kontrapunkt zum Versprechen des Kompromisses setzt.
Er dürfte für Studenten und Wissenschaftler von Interesse sein, die sich für Kompromiss und Konsens sowie für demokratische Regierungsführung, soziale Ungleichheit, politische Apathie und Umweltpolitik interessieren.