Bewertung:

Genosse Baron von Jaap Scholten ist ein fesselndes Sachbuch, das persönliche Interviews und historische Berichte miteinander verwebt, um die Geschichte der siebenbürgischen Aristokratie vor, während und nach dem Aufstieg des Kommunismus in Rumänien zu erkunden. Es beleuchtet einen weitgehend unbekannten und tragischen Aspekt der europäischen Geschichte durch die ergreifenden Geschichten von Überlebenden und bietet sowohl lehrreiche Einblicke als auch emotionale Tiefe.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, fesselnd und bietet eine einzigartige Perspektive auf ein selten diskutiertes Thema. Die Leserinnen und Leser schätzen die lebendige Erzählweise, die sorgfältige Dokumentation und die Mischung aus persönlichen Anekdoten und historischen Erzählungen. Viele finden es bereichernd und relevant, da es die Widerstandsfähigkeit der siebenbürgischen Aristokratie inmitten der Gräueltaten des Kommunismus hervorhebt. Es bietet auch eine tiefe Verbindung zur Kultur und Geschichte Siebenbürgens.
Nachteile:Einige Leser äußern ihre Enttäuschung darüber, dass bestimmte rumänische Adlige, insbesondere aus Cluj, nicht interviewt wurden. Einige wenige finden Aspekte der Erzählung herausfordernd oder emotional schwierig zu lesen. Darüber hinaus könnte das Buch als zu eng gefasst angesehen werden, was nicht alle Leser ansprechen könnte.
(basierend auf 17 Leserbewertungen)
Comrade Baron: A journey through the vanishing world of the Transylvanian aristocracy
In der Dunkelheit des frühen Morgens des 3. März 1949 wurde praktisch die gesamte siebenbürgische Aristokratie in ihren Betten verhaftet und in Lastwagen verladen.
Am selben Tag konnte die Rumänische Arbeiterpartei die erfolgreiche Deportation und Enteignung aller Großgrundbesitzer verkünden. Der Kommunismus forderte die Vernichtung dieser ultimativen Klassenfeinde. Unter dem Terror von Gheorghiu-Dej und später Ceaușescu führte die Aristokratie ein Doppelleben: tagsüber arbeiteten sie in Steinbrüchen, Stahlwerken und Schreinereien; abends versammelten sie sich heimlich und pflegten die Rituale einer alten Welt.
Um diese unbekannte Episode der jüngeren Geschichte aufzuzeichnen, reiste Jaap Scholten ausgiebig durch Rumänien und Ungarn und suchte die wenigen verbliebenen Aristokraten auf, die die Nacht des 3. März 1949 erlebt haben.
Er sprach mit Menschen, die den rumänischen Gulag überlebt haben, und traf sich mit der jüngsten Generation der einstmals angesehenen Aristokratie, um über die Rückgabe von Vermögenswerten und die Zukunft zu sprechen. Wie ist es möglich, in einem Land, das sich in einem moralischen Vakuum befindet, etwas wiederaufzubauen?