Genozid als soziale Praxis: Die Reorganisation der Gesellschaft unter den Nazis und den Militärjuntas Argentiniens

Genozid als soziale Praxis: Die Reorganisation der Gesellschaft unter den Nazis und den Militärjuntas Argentiniens (Daniel Feierstein)

Originaltitel:

Genocide as Social Practice: Reorganizing Society Under the Nazis and Argentina's Military Juntas

Inhalt des Buches:

Völkermord vernichtet nicht nur Menschen, sondern zerstört und reorganisiert auch soziale Beziehungen, wobei er sich der Methode des Terrors bedient. Der Sozialwissenschaftler Daniel Feierstein untersucht in seinem Buch Genozid als soziale Praxis die Politik der staatlichen Repression der argentinischen Militärdiktatur gegen politische Gegner zwischen 1976 und 1983 und die des Dritten Reiches zwischen 1933 und 1945. Er stellt Ähnlichkeiten fest, nicht im Hinblick auf das Ausmaß des Grauens, sondern auf die Ziele der Täter.

Die Nazis griffen zu rücksichtslosen Methoden, zum Teil um abweichende Meinungen zu unterdrücken, aber vor allem um die deutsche Gesellschaft in eine Volksgemeinschaft umzuwandeln, in der die rassische Solidarität den Klassenkampf ersetzen sollte. Die Situation in Argentinien spiegelt dies wider. Nach der Machtergreifung 1976 bezeichnete das argentinische Militär sein eigenes Programm des gewaltsamen Verschwindenlassens, der Folter und des Mordes als einen "Prozess der nationalen Reorganisation", der darauf abzielte, die Gesellschaft nach "westlichen und christlichen" Gesichtspunkten umzugestalten.

Für Feierstein kann der Völkermord als eine Technologie der Macht - eine Form des Social Engineering - betrachtet werden, die Beziehungen innerhalb einer bestimmten Gesellschaft schafft, zerstört oder umgestaltet. Er beeinflusst die Art und Weise, in der verschiedene soziale Gruppen ihre Identität und die Identität anderer konstruieren, und prägt so die Art und Weise, wie Gruppen miteinander umgehen. Feierstein stellt eine Kontinuität zwischen dem "reorganisierenden Völkermord", der zuerst von den Nazis in den Konzentrationslagern praktiziert wurde, und der komplexeren Version - komplex im Sinne der symbolischen und materiellen Schließung sozialer Beziehungen - her, die später in Argentinien angewendet wurde. Abschließend stellt er Überlegungen an, wie eine politische Kultur aufgebaut werden kann, die in der Lage ist, diesen Tendenzen entgegenzutreten und Widerstand zu leisten.

Das erstmals in Argentinien auf Spanisch erschienene Buch Genozid als soziale Praxis wurde seitdem in viele Sprachen übersetzt, darunter auch in diese englische Ausgabe. Das Buch bietet einen unverwechselbaren und wertvollen Blick auf den Völkermord durch die Linse von Lateinamerika und Europa.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780813563176
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch

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