
Geography of the Everyday: Toward an Understanding of the Given
Anthropologen, Psychologen, Feministinnen und Soziologen haben sich seit langem mit dem "Alltäglichen", dem Alltäglichen, dem Selbstverständlichen befasst; Geographen hingegen sind bei der Beschäftigung mit diesem schlüpfrigen Aspekt der Realität ins Hintertreffen geraten. Rob Sullivan plädiert nun für die Geographie als einen leistungsfähigen konzeptionellen Rahmen, um das Alltägliche neu zu sehen und sich gegen seine "Selbstverständlichkeit" zu wehren - gegen seine Fähigkeit, so sehr in den Hintergrund zu treten, dass es uns auf gefährliche Weise kontrolliert, ohne dass wir es überprüfen.
Unter Rückgriff auf eine Reihe von Theoretikern (Foucault, Goffman, Marx, Lefebvre, Hagerstrand und andere) packt Sullivan die Konzepte und wahrgenommenen Realitäten aus, die das Alltagsleben strukturieren, und begründet sie mit realen Fällen, wie dem unruhigen Ölnetz in Nigeria, den Working Poor in den Vereinigten Staaten, den städtischen Dörfern in China und den Ultra-High-End-Wohnungen in London und Kairo. Bei der Untersuchung des Alltäglichen aus einer geografischen Perspektive spannt Sullivan einen weiten Bogen über Zeit, Raum, Geschichte, Geografie, Marxsche Reproduktion, den Körper und den geografischen Geist. Der Alltag, so Sullivan, ist der Ort, an dem Veränderungen stattfinden und an dem der Widerstand gegen Veränderungen beginnen kann.
Indem wir das Alltägliche durch die Geographie verorten, können wir dazu beitragen, Veränderungen zu ermöglichen. Ganz gleich, um welches Thema es geht, ob es sich um den Kampf um Rassen, LGBT-Rechte, Klassenungleichheit oder die globale Erwärmung handelt, die Veränderungen, die für die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit erforderlich sind, beginnen alle mit der Veränderung der Alltagsordnung.