
Geopiracy: Oaxaca, Militant Empiricism, and Geographical Thought
Warum sind Geographen so ruhig geblieben, wenn es um das Wiederaufleben der militärischen Finanzierung der geographischen Forschung geht? Joel Wainwright argumentiert, dass das zugrunde liegende Problem aus unserer epistemischen Verpflichtung zum Empirismus resultiert. Auch wenn einige es gerne leugnen würden, führen viele Geografen ihre eigenen "Expeditionen" im Geiste von Isaiah Bowman durch, dem Geografen des frühen 20.
Jahrhunderts, der die empirische Erkenntnistheorie der Disziplin prägte, während er den USA beim Aufbau ihres Imperiums half (und von dem die Expeditionen ihren Namen haben). Geopiraterie übt Kritik an den "Bowman-Expeditionen" - einem Projekt, in dessen Rahmen Geografen mit finanzieller Unterstützung der US-Armee das "menschliche Terrain" fremder Länder kartieren. Seit Beginn der Kontroverse um die Bowman-Expeditionen wird das Fach Geographie von Debatten über Forschungsmethoden, das Militär und die Auswirkungen von Geodaten-Technologien auf das tägliche Leben erschüttert.
Obwohl die "Oaxaca-Kontroverse" intensive Diskussionen ausgelöst hat, sind die Fragen, die sie aufwirft, noch lange nicht geklärt. Geopiraterie bietet eine postkoloniale Kritik an der heutigen Humangeographie - eine Kritik, die sich auf die zeitgenössische Gesellschaftstheorie stützt, um beunruhigende Fragen über die Art der disziplinären Bildung der Geographie aufzuwerfen.