
Georg Hermann: A Writer's Life
Nach dem Erfolg seines Romans Jettchen Gebert (1906) wurde Georg Hermann (1871-1943) zu einem der beliebtesten deutschen Autoren: Schnitzler nannte ihn "den jüdischen Fontane". Hermann, der selbst aus Berlin stammte, wurde dafür gefeiert, dass er den Geist und die Atmosphäre der Stadt einfing, und er war bekannt für seine impressionistische Fähigkeit, Stimmungen und Atmosphären hervorzurufen. Er wurde 1914 zu einem prominenten Kriegsgegner, und seine journalistische Tätigkeit in den Weimarer Jahren zeigt, dass er einer der ersten Schriftsteller war, der die Bedrohung durch den zunehmenden Antisemitismus erkannte. Als er im März 1933 verhaftet wurde, ging er in die Niederlande ins Exil, veröffentlichte aber weiterhin neue Romane, vor allem Rosenemil (1935). Nach der deutschen Besatzung wurde Hermann im Juni 1943 in Westerbork inhaftiert. Von dort wurde er nach Auschwitz transportiert, wo er starb.
Reich illustriert mit bisher unveröffentlichten Fotografien aus der umfangreichen Privatsammlung der Familie, erzählt diese intime Studie zum ersten Mal Hermanns komplette Geschichte und verbindet die Erforschung seiner persönlichen Welt mit der Analyse seiner Hauptwerke. Sie zeigt, wie ein Verständnis von Hermanns Leben neue Einblicke in die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte bietet.
John Craig-Sharples studierte Neuere Geschichte am Brasenose College in Oxford und war anschließend im britischen Staatsdienst tätig. Er ist der Urenkel von Georg Hermann.