Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Untersuchung der allgegenwärtigen Gerüche in den Städten des 19. Jahrhunderts und der Art und Weise, wie sowohl Einzelpersonen als auch Institutionen auf sie reagierten. Es verbindet historische Anekdoten mit wissenschaftlicher Strenge und beleuchtet die Beziehung zwischen Gerüchen, sozialen Problemen und gesundheitlichen Folgen in dieser Zeit.
Vorteile:Gut recherchiert, aufschlussreich, fesselnde Geschichten, interessante historische Zusammenhänge, auch für Nicht-Akademiker zugänglich, von mehreren Lesern sehr empfohlen, bietet eine neue Perspektive auf Stadt- und Umweltgeschichte.
Nachteile:Einige Leser fanden bestimmte Abschnitte zu dicht gepackt, was zu Momenten des Desinteresses oder Überfliegens führte.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Smell Detectives: An Olfactory History of Nineteenth-Century Urban America
Wie rochen die Städte des neunzehnten Jahrhunderts? Und welche Bedeutung hatten Gerüche für die Herausbildung eines modernen Umweltbewusstseins? Smell Detectives folgt den Amerikanern des 19. Jahrhunderts, die ihre Nase benutzten, um die durch das rasante Wachstum der Städte und der Industrie verursachten hygienischen Herausforderungen zu bewältigen.
Melanie Kiechle untersucht Beschwerden über Belästigungen, medizinische Schriften, häusliche Ratschläge und unzählige Diskussionen darüber, was frische Luft ausmacht, und argumentiert, dass die um ihre Atemluft besorgten Stadtbewohner des 19. Jahrhunderts versuchten, gesündere Städte zu schaffen, indem sie die bedrohlichsten Gerüche aufspürten und dann abschwächten. Jahrhundert gingen die Mediziner davon aus, dass üble Gerüche Krankheiten verursachten und dass überfüllte Städte - voller neuer und stärkerer Gerüche - ein Synonym für Krankheit und Gefahr waren.
Doch die Quellen der Geruchsbelästigung ließen sich nur schwer ausfindig machen. Die Einrichtung von städtischen Gesundheitsämtern führte zu neuen Konflikten zwischen beschwerdeführenden Bürgern und den für die Luft zuständigen Beamten.
Smell Detectives befasst sich mit dem Verhältnis zwischen der Konstruktion wissenschaftlicher Expertise einerseits und dem "gesunden Menschenverstand" - den Geruchserfahrungen der einfachen Leute - andererseits. Obwohl das Aufkommen der Keimtheorie das medizinische Wissen revolutionierte und letztlich diese Form des sensorischen Wissens zunichte machte, zeigt Smell Detectives, wie Stadtbewohner ihren Geruchssinn und ihre gesundheitlichen Bedenken gegenüber üblen Gerüchen nutzten, um die Veränderungen der städtischen Umwelt zu verstehen, sich darauf einzustellen und dagegen anzukämpfen.