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Proving History: Bayes's Theorem and the Quest for the Historical Jesus
In dieser eingehenden Erörterung der neutestamentlichen Wissenschaft und der Herausforderungen der Geschichtswissenschaft insgesamt wird das Bayes'sche Theorem, das sich mit Wahrscheinlichkeiten unter Bedingungen der Ungewissheit befasst, als Lösung für das Problem der Aufstellung zuverlässiger historischer Kriterien vorgeschlagen.
Der Autor zeigt, dass gültige historische Methoden - nicht nur in der Erforschung der christlichen Ursprünge, sondern in jeder historischen Studie - durch die Logik des Bayes'schen Theorems beschrieben und auf sie reduziert werden können. Umgekehrt argumentiert er, dass jede Methode, die sich nicht auf dieses Theorem reduzieren lässt, ungültig ist und aufgegeben werden sollte.
Mit Gründlichkeit und Klarheit erklärt der Autor das Bayes'sche Theorem in Begriffen, die sowohl für professionelle Historiker als auch für Laien leicht verständlich sind, wobei er nichts weiter als bekannte Grundschulmathematik verwendet. Anschließend untersucht er genau, wie das Theorem auf die Geschichte angewandt werden kann, und geht auf zahlreiche Herausforderungen und Kritikpunkte in Bezug auf seine Verwendung beim Testen oder Rechtfertigen der Schlussfolgerungen ein, die Historiker über wichtige Personen und Ereignisse der Vergangenheit ziehen. Die traditionellen und bewährten Methoden der Historiker werden anhand des Theorems analysiert, ebenso wie alle wichtigen "Historizitätskriterien", die bei der jüngsten Suche nach der Historizität Jesu angewandt werden.
Der Autor zeigt nicht nur die Unzulänglichkeiten dieser Ansätze auf, sondern auch Wege, sie mithilfe des Bayes'schen Theorems zu rehabilitieren. Jeder, der sich für historische Methoden, für die Frage, wie historisches Wissen begründet werden kann, für neue Anwendungen des Bayes'schen Satzes oder für das Studium des historischen Jesus interessiert, wird dieses Buch als unverzichtbare Lektüre empfinden.