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History Is a Contemporary Literature: Manifesto for the Social Sciences
Ivan Jablonkas Geschichte ist eine zeitgenössische Literatur bietet höchst innovative Perspektiven auf das Schreiben von Geschichte, die Beziehung zwischen Literatur und Sozialwissenschaften und die Art und Weise, wie sowohl sozialwissenschaftliche Untersuchungen als auch literarische Erkundungen zu unserem Verständnis der Welt beitragen.
Jablonka vertritt die Auffassung, dass der Akt und die Kunst des Schreibens in den Sozialwissenschaften keineswegs nur ein Nebenaspekt sind, sondern in allen Phasen der Forschungsarbeit eine wesentliche Rolle bei der Wissensproduktion spielen und das gewonnene Verständnis verkörpern oder sogar konstituieren sollten. Die Geschichtswissenschaft (ebenso wie die Soziologie und die Anthropologie) kann seiner Ansicht nach sowohl eine größere Strenge als auch ein breiteres Publikum erreichen, indem sie durch ein breites Spektrum von Erzählweisen eine literarische Erfahrung schafft.
Jablonka fordert die Wissenschaftler auf, investigative, testimoniale und andere experimentelle Schreibtechniken einzusetzen, um Wissen zu schaffen und weiterzugeben, und stellt sich eine sozialwissenschaftliche Literatur vor, die die Leser dazu anregt, sich aktiv für das Verständnis ihrer eigenen Vergangenheit zu engagieren und ihre Geschichte mit der Gegenwart zu verknüpfen. Jablonka beklagt die Spezialisierung, die den akademischen Bereich vom Rest der Gesellschaft isoliert hat, und möchte mit Geschichte ist eine zeitgenössische Literatur Phantasie und Kühnheit in die Praxis der Wissenschaft einbringen, indem er sich auf die Techniken der Literatur stützt, um die Methoden der Sozialwissenschaften zu stärken.