
Performing Stories: Narrative as Performance
Das Nacherzählen von Aufführungen, das Sammeln von Dingen, das Lesen von Spuren, das Kartieren von Erinnerungen, das Spielen von Autobiografien: Im europäischen und angloamerikanischen Theater haben sich seit der Jahrtausendwende eine Reihe neuer nicht-literarischer Erzählpraktiken wie diese etabliert. Da sie sich nicht unter einer etablierten narratologischen, dramatischen oder postdramatischen Perspektive subsumieren lassen, erfordern sie eine erneute Untersuchung der Beziehung zwischen Aufführung und Erzählung.
Performing Stories versucht, das Erzählen vor dem Hintergrund innovativer Theaterformate wie kollektiver Erzählspiele, Theaterinstallationen, umfangreicher autobiografischer Performances, immersiver Rollenspiele und Audio-Video-Walks neu zu konzeptualisieren. Nina Tecklenburgs Fokus liegt auf dem Erzählen weniger als literarische Komposition denn als sinnliche, verkörperte kulturelle Praxis - ein partizipatorischer und offener Prozess, der soziale Beziehungen fördert.
Sie misst den Kräften des Erzählens, die Kultur und Politik schaffen und aufheben, zentrale Bedeutung bei. Performing Stories ist ein grundlegendes neues Buch, das eine bahnbrechende transdisziplinäre Perspektive mit neuen Ansätzen vorstellt, die für die Performance Studies, die Erzähl- und Kulturtheorie, die Literaturkritik sowie die Game- und Videostudien anregend sind.