
Gender, Discourse, and Desire in Twentieth-Century Brazilian Women's Literature
Diese Studie von Cristina Ferreira-Pinto untersucht die poetischen und erzählerischen Strategien, mit denen brasilianische Schriftstellerinnen des 20.
Jahrhunderts neue Formen der Darstellung des weiblichen Körpers, der Sexualität und des Begehrens erreichen. Zu den besprochenen Autorinnen gehören: Gilka Machado, Lygia Fagundes Telles, Marcia Denser und Marina Colasanti.
Während sie neue Formen schaffen, dekonstruieren diese Schriftstellerinnen auch kulturelle Mythen über Weiblichkeit und weibliches Verhalten. Um diese Mythen zu verstehen, präsentiert das Buch auch neue Lesarten einiger kanonischer Romane von Jose de Alencar, Machado de Assis, Manuel Antonio de Almeida und Aluisio Azevedo, die von Männern verfasst wurden. Der besondere Fokus auf weibliche Sexualität und Begehren trägt dem inneren Zusammenhang zwischen Sexualität und individuellem Identitätsgefühl und seiner Bedeutung für die weibliche Identität angesichts der historischen Unterdrückung des weiblichen Körpers und der Doppelmoral, die in vielen westlichen Kulturen noch immer vorherrscht, Rechnung.
Bei der Erörterung der von brasilianischen Dichterinnen und Schriftstellerinnen angewandten Strategien spricht Ferreira-Pinto einige soziale und kulturelle Themen an, die mit dem Gefühl der Frau für den eigenen Körper und die eigene Sexualität zusammenhängen: die Charakterisierung von Frauen aufgrund von Rassenmerkmalen und Klassenhierarchie, die Ehe, die Mutterschaft, das Schweigen über das lesbische Subjekt und das Älterwerden. Ferreira-Pintos Analyse stützt sich auf die Arbeiten verschiedener Kritiker und Theoretiker, darunter Helene Cixous, Teresa De Lauretis, Adrienne Rich, Gloria Anzaldua, Georges Bataille und Wilhelm Reich.