
Gender and Nation in the Spanish Modernist Novel: Assisted Living in New York City
Diese Studie bietet eine neue, revisionistische Analyse der spanischen Belletristik von 1900 bis 1940 und untersucht das Werk von Männern und Frauen und wie sie unterschiedliche Formen des Modernismus praktizierten. Wie Roberta Johnson feststellt, legten männliche spanische Romanautoren den Schwerpunkt auf technische und sprachliche Innovationen bei der Darstellung der Inhalte eines individuellen Bewusstseins und waren daher im üblichen Verständnis des Begriffs eher modernistisch. Weibliche Autoren hingegen waren weniger ästhetisch innovativ, sondern vertraten einen sozialen Modernismus, der sich auf häusliche Themen, Geschlechterrollen und die Beziehungen zwischen den Geschlechtern konzentrierte. Verglichen mit der eher konventionellen - ja sogar reaktionären - Art und Weise, in der ihre männlichen Kollegen diese Themen behandelten, war die spanische Frauenliteratur in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts oft revolutionär.
Zu Beginn des Buches wird die Geschichte des öffentlichen Diskurses über die Geschlechterfrage von den 1890er bis zu den 1930er Jahren nachgezeichnet, ein Diskurs, der den Aufstieg des Feminismus einschloss. Jedes Kapitel analysiert dann Werke von Romanautorinnen und -autoren, die sich mit Schlüsselthemen im Zusammenhang mit Geschlecht und Nationalismus befassen: das Konzept der Intrahistoria oder einer essenziellen spanischen Seele; die Verwendung von Figuren aus der spanischen Literaturtradition durch die Moderne, insbesondere Don Quijote und Don Juan; biologische Theorien über das Geschlecht, die in den 1920er und 1930er Jahren vorherrschten; und das Wachstum einer organisierten feministischen Bewegung, die mit der aufkeimenden republikanischen Bewegung zusammenfiel.
Dies ist das erste Buch, das sich mit dieser Periode der spanischen Literatur befasst, das Romanautorinnen wie Maria Martinez Sierra, Carmen de Burgos und Concha Espina neben kanonischen männlichen Romanautoren wie Miguel de Unamuno, Ramon del Valle-Inclan und Pio Baroja berücksichtigt. Mit seinen kontrastierenden Auffassungen der Moderne bietet Johnsons Werk ein überzeugendes neues Modell zur Überbrückung der geschlechtsspezifischen Kluft in der Erforschung der spanischen Belletristik.