
Gender and Space in Early Modern England Gender and Space in Early Modern England Gender and Space in Early Modern England
Der Raum war nicht einfach eine passive Kulisse für ein soziales System, das seine strukturellen Ursprünge anderswo hatte; er war von entscheidender Bedeutung für die Abgrenzung und Aufrechterhaltung der Hierarchie, die die soziale und geschlechtliche Ordnung im England des 16.
und 17. Das Geschlecht hatte einen erheblichen Einfluss auf seine Nutzung und Organisation; Status und Geschlecht wurden in jedem Moment des Tages physisch und räumlich dargestellt, vom Platz bei Tisch bis zum Bett, auf dem man schlief, an Arbeits- und Freizeitorten, in Kleidung, Gestik und Anrede.
Der Raum war auch die Grundlage für die Bildung von Geschlechtsidentitäten, die, wie dieses Buch zeigt, ständig angefochten und umstrukturiert wurden. Die Autorin untersucht abwechselnd häusliche, soziale und sakrale Räume sowie die räumliche Arbeitsteilung in der Geschlechterkonstruktion und zeigt, wie sich diese und damit auch die Position und Macht der Frauen verändern konnten. Sie zeigt, dass die ideologische Annahme, alle Frauen seien allen Männern unterworfen, fehlerhaft ist, und entlarvt die Grenzen von Interpretationen, die sich auf das Modell und die binäre Opposition von öffentlich/privat, männlich/weiblich stützen, um die Geschlechterbeziehungen und ihre Veränderungen im Laufe der Zeit zu beschreiben, und bietet so ein viel komplexeres Bild, als es bisher wahrgenommen wurde.
Das Buch ist eine unverzichtbare Lektüre nicht nur für Familien- und Frauenhistoriker, sondern für alle, die sich mit der Sozialgeschichte der frühen Neuzeit beschäftigen. AMANDA FLATHER ist Dozentin an der Fakultät für Geschichte der Universität Essex.