
Gender and Citizenship in Transitional Justice: Everyday Experiences of Reparation and Reintegration in Colombia
Anhand von zwei kolumbianischen Fallstudien zeigt Sanne Weber auf, auf welche Weise Konflikterfahrungen durch Strukturen der Geschlechterungleichheit bestimmt werden und wie diese im Nachkonfliktkontext verändert werden könnten.
Die Autorin zeigt auf, dass die gegenwärtigen, scheinbar geschlechtersensiblen Gesetze und Strategien zur Übergangsjustiz (Transitional Justice, TJ) und zur Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (DDR) die Gleichstellung der Geschlechter eher untergraben als verändern und folglich die Chancen auf einen ganzheitlichen und dauerhaften Frieden schwächen. Um dies zu überwinden, bietet Weber einen innovativen Ansatz für TJ und DDR, der die geschlechtsspezifische Bürgerschaft sowohl als Ausgangspunkt als auch als anhaltende treibende Kraft des Wiederaufbaus nach Konflikten betrachtet.