
Gender and Voice in Medieval French Literature and Song
Dieser Band versammelt literarische und musikalische Kompositionen des mittelalterlichen Frankreichs, einschließlich der okzitanischen Region, und untersucht den Einsatz der Stimme in diesen Werken als Mittel zur Artikulation geschlechtsspezifischer Identitäten. Da mittelalterliche Texte oft laut gelesen oder gesungen wurden, ist die Stimme von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Aufführung, Überlieferung und Rezeption von Werken aus dieser Zeit in einer Vielzahl von Gattungen, so die Autoren.
Die Aufsätze befassen sich mit narrativer und lyrischer Poesie, ritterlicher Romantik, Predigten, Briefen, politischen Schriften, Motetten, Troubadour- und Trouvre-Lyrik, Kreuzzugsliedern, Liebesliedern und Streitgesängen. Anhand literarischer, musikalischer und historiografischer Analysen beleuchten die Autoren die geschlechtsspezifischen Perspektiven, die Ausdrucksformen der Sexualität und die Machtdynamik. Der Band umfasst feministische Lesarten, Untersuchungen zu Männlichkeit, Queer-Theorie und intersektionale Ansätze. Die Autoren interpretieren literarische oder musikalische Werke von Chr tien de Troyes, Aimeric de Peguilhan, Hue de la Fert, Chastelain de Couci, Jacques de Vitry, Christine de Pizan, Anne de Graville, Alain Chartier und Giovanni Boccaccio, um nur einige zu nennen.
Gender and Voice in Medieval French Literature and Song bietet einen wertvollen interdisziplinären Ansatz und trägt zur Geschichte der Frauenstimmen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit bei. Es beleuchtet die kritische Rolle der Stimme bei der Verhandlung von Kultur, beim Feiern und Erneuern von Traditionen, beim Vorantreiben persönlicher und politischer Projekte und beim Definieren der literarischen und musikalischen Entwicklungen, die das mittelalterliche Frankreich geprägt haben.