
Gender before Birth: Sex Selection in a Transnational Context
Mitte der 1990er Jahre erklärte die internationale Gemeinschaft die vorgeburtliche Geschlechtsauswahl durch Abtreibung zu einem "Akt der Gewalt gegen Frauen" und "unethisch". "Zur gleichen Zeit führten neue Entwicklungen in der Reproduktionstechnologie in den Vereinigten Staaten zu einer Methode der Geschlechtsselektion vor der Empfängnis.
Ihr amerikanischer Erfinder vermarktete die Praxis als "Familienausgleich" und verteidigte sie mit der Rhetorik der Wahlfreiheit. In Gender before Birth (Geschlecht vor der Geburt) befasst sich Rajani Bhatia mit der Doppelmoral, mit der ähnliche Praktiken im Westen und außerhalb des Westens unterschiedlich benannt und gestaltet werden.
Bhatias umfangreiche Feldforschung umfasst Interviews mit Klinikern, Wissenschaftlern, biomedizinischen Dienstleistern und feministischen Aktivisten, und ihre daraus resultierende Analyse erweitert sowohl die feministische Reproduktionstheorie als auch die feministische Wissenschafts- und Technikforschung. Sie argumentiert, dass wir am Anfang eines sich verändernden transnationalen Terrains stehen, das neue Herausforderungen für die theoretisierte Ungleichheit in der Reproduktion mit sich bringt, und zeigt, wie die Technowissenschaften oft in koloniale Geschlechter- und Rassenpolitik verwickelt sind.